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Fussballer Célien Wicht hat ein klares Ziel vor Augen

Der 21-jährige Célien Wicht steht als Profi beim Challenge-League-Club Rapperswil-Jona unter Vertrag. Um Spielpraxis zu sammeln, stürmt er für den SC Cham.
Martin Mühlebach
Célien Wicht setzt sich nur für den Fotografen gern auf die Tribüne auf dem Chamer Eizmoos. (Bild: Stefan Kaiser (14. November 2018))

Célien Wicht setzt sich nur für den Fotografen gern auf die Tribüne auf dem Chamer Eizmoos. (Bild: Stefan Kaiser (14. November 2018))

Célien Wicht war erst 14 Jahre alt, als er sein Elternhaus im jurassischen Bassecourt verliess. Vom Traum beseelt, Profifussballer zu werden, zog er nach Zürich. Ohne nur ein Wort Deutsch zu sprechen, trat er der U15 der Grasshoppers bei. Unter Trainer Johann Vogel, der ihm die Siegermentalität einimpfte, fand er sich fernab von zu Hause schnell zurecht. Der junge Jurassier verfügte schon bald über die nötigen Deutschkenntnisse, um sich mit seinen Teamkollegen verständigen zu und eine Logistiklehre antreten zu können.

Seinen bisher grössten Erfolg als Fussballer durfte Wicht mit der ebenfalls von Vogel trainierten U18 der Grasshoppers feiern. Übers ganze Gesicht strahlend, erzählt er: «Wir wurden sowohl Schweizer Meister als auch Cupsieger. Im Final bezwangen wir die Jungs vom Stadtrivalen FC Zürich mit 2:1.» In der U21, die in der 1. Liga spielte, wurde Wicht von Trainer Boris Smiljanic zum Captain ernannt. «Das mir entgegengebrachte Vertrauen versuchte ich mit guten Leistungen zurückzuzahlen», sagt der kampfstarke Stürmer, der im Sommer 2017 vom Challenge-League-Club Rapperswil-Jona als Profi unter Vertrag genommen wurde. Wicht gesteht: «Die Umstellung vom Amateur- zum Profifussball war nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wenn man als junger Spieler nicht in jedem Training mehr macht als die anderen, hat man keine Chance, für die Startelf nominiert zu werden.»

Eine Verletzung warf ihn zurück

Der ehemalige GC-Junior, der vom Rapperswiler Trainer Urs Meier mehrheitlich als Ersatzspieler eingewechselt wurde, durfte bloss zweimal von Beginn an auf Torjagd gehen. «Obwohl ich im Auswärtsspiel gegen Chiasso das 1:0-Siegestor schoss, reichte es in der Folge nicht, regelmässig für Stammelf nominiert zu werden. Zudem musste ich wegen eines Bänderrisses im linken Fussgelenk rund sechs Wochen lang pausieren», sagt Wicht.

Dem wachsamen Auge des Rapperswil-Trainers Meier entgehe nichts. Er sehe genau, was jeder seiner Spieler leiste. Wer nicht unermüdliche renne, kämpfe und Gras fresse, oder wer noch das eine oder andere Defizit aufweise, werde kaum mit einem Wettspieleinsatz rechnen dürfen. Wicht erzählt: «Mir beschied er: Du hast Potenzial, aber du brauchst Spielpraxis. Ich empfehle dir, zu einem Promotion-League-Team zu wechseln, wo du regelmässig spielen kannst.»

Wicht hörte auf seinen Trainer. Er schloss sich mit einem Leihvertrag dem SC Cham an, wo er meist als einzige Sturmspitze agiert. Als Einzelkämpfer an vorderster Front stellt er sich uneigennützig in den Dienst seiner Mannschaft. Wicht sagt: «Ich stehe oft mit dem Rücken zum gegnerischen Tor, um einem aufrückenden Spieler den Ball auflegen zu können. Bislang habe ich sieben Assists, aber leider nur zwei Tore auf meinem Konto.» Wenn sich ihm eine Torchance biete, fehle ihm oftmals die nötige Ruhe. Er studiere manchmal einen Sekundenbruchteil zu lange, bis er zum Schuss ansetze, sagt Wicht selbstkritisch.

Letztes Spiel 2018

Am Sonntag, 18. November, gastiert der SC Cham beim FC Münsingen (14.30, Sportplatz Sandreutenen). Dazu sagt der Chamer Stürmer Célien Wicht: «Nach unserer desaströsen Vorstellung beim 0:1 letztens gegen YF Juventus haben wir etwas gutzumachen. Wir haben Münsingen im Hinspiel mit 4:3 besiegt. Und nun wollen wir auch das Rückspiel gewinnen.» (mmü)

Am Traum festhalten

Da sein Profivertrag mit Rapperswil-Jona im kommenden Sommer auslaufe, wolle er in der Rückrunde mit mehr Treffern auf sich aufmerksam machen. «Ich setze voll und ganz auf die Karte Fussball, ich will meinen Profistatus nicht beenden.» Um seinen Traum von einer Profikarriere weiter träumen zu können, investiert der in Rapperswil-Jona Wohnhafte viel. Nebst den Trainings mit dem SC Cham, besucht er pro Woche zweimal ein Fitnesscenter und er bestreitet noch ein zusätzliches Training mit den Ostschweizern.

Célien Wicht betont: «Ich bin ein ruhiger, aber ehrgeiziger Typ, der stets gewinnen will. Selbst beim Kartenspielen mit Kollegen.» Er wisse, dass er noch lernen müsse, Niederlagen zu akzeptieren, zumal man ja aus Niederlagen mehr lernen könne als aus Siegen. Eine grosse Stütze in seiner Persönlichkeitsentwicklung seien seine in Bassecourt lebenden Eltern. «Ohne die Unterstützung meiner Familie hätte ich nie von einem Leben als Profifussballer träumen dürfen.»

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