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Menzinger Senioren fühlen sich im neuen Pavillon wohl

61 Senioren sind Ende September in Menzingen in den Pavillon «Luegeten unterwegs» gezogen. Unterstützt wurden sie von 80 Mitarbeitern und 65 Zivildienstlern. Sie haben sich gut eingelebt, wie ein Besuch vor Ort zeigt.
Carmen Rogenmoser
Traditionen werden auch im Pavillon beibehalten, wie etwa der Besuch des Samichlaus. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 6. Dezember 2018))

Traditionen werden auch im Pavillon beibehalten, wie etwa der Besuch des Samichlaus. (Bild: Stefan Kaiser (Menzingen, 6. Dezember 2018))

Die Wege sind kurz und übersichtlich im Pavillon der «Luegeten unterwegs». Seit September wohnen die rund 60 Bewohner des Pflegezentrums Luegeten in der zweijährigen Übergangslösung, dem auffällig roten Modulbau mitten in Menzingen. Neben den Zimmern der Seniorinnen und Senioren auf der zweiten Etage befinden sich gleich die Büros und das Besprechungszimmer des Leitungsteams. «Ich sehe nun viele Bewohner täglich», sagt auch Geschäftsführer Ruedi Wismer. Das sei ein unerwarteter Mehrwert, den der Umzug mit sich brachte.

Langsam findet nun auch der Alltag wieder Einzug. «Nicht alle haben sich gleich schnell an die neue Umgebung gewöhnt», erklärt Wismer. Einige der Bewohner hätten schon am ersten Abend genau gewusst, wo sich ihr Zimmer befindet, oder wie das Telefon funktioniert, andere haben immer noch etwas Mühe. «Dann erklären wir halt noch einmal alles», sagt der Geschäftsführer. Sowieso war das Projekt eine grosse Sache für alle Involvierten. «Am Anfang herrschte bei Einzelnen Skepsis, diese ist immer mehr wachsender Neugier gewichen», sagt der Geschäftsführer.

Das neue Zuhause sei gut aufgenommen worden. Es liegt mitten in der Natur, direkt an einer grossen Wiese, wo Kühe weiden. «Wir freuen uns alle schon auf den Frühling, wenn wir die grosszügige Terrasse nutzen können», sagt Angela Rinderli. Sie ist die Projektleiterin von «Luegeten unterwegs».

«Umzug war ein ziemlicher Kraftakt

Besonders viel Begeisterung lösen aber die Bilder in den öffentlichen Räumen aus. Sie zeigen Landschaften aus dem Kanton und historische Bilder des Dorfes. «Oft stehen die Bewohner davor und diskutieren, wo das gewesen sein könnte», freut sich Rinderli. Das entsprechende Gestaltungskonzept wird durch pastellfarbene Wände ergänzt. «Wir wollten etwas Schönes machen, auch wenn es bloss für den Übergang ist», sagt auch der Geschäftsleiter. Das Konzept werde wohl in die neuen Räumlichkeiten mitgenommen. «Der Umzug war ein ziemlicher Kraftakt, aber nun sind wir auf den zweiten Umzug, der in rund zwei Jahren ansteht, vorbereitet», so Ruedi Wismer.

Das Umbauprojekt

Im Rahmen der Sanierung des Pflegezentrums Luegeten laufen zwei Projekte parallel: Mit «Lueg emol» entsteht ein Ersatzneubau sowie eine Nutzungsanpassung des Pflegezentrums. Dabei werden aus den meisten bisherigen Doppelzimmern Einzelzimmer. Jedes Zimmer verfügt zudem künftig über eine eigene Nasszelle mit Dusche. Mit 62 Betten bleibt die Grösse des Zentrums bestehen. Momentan ist der Rückbau der alten Gebäude im Gange. Anfang 2019 wird der Neubau in Angriff genommen. Während der zweijährigen Bauzeit siedelten die Bewohner und Mitarbeiter in den Pavillon, der auf dem Areal des ehemaligen Werkhofs in der Eu aufgestellt wurde. Dieser Teil des Projekts läuft unter dem Namen «Luegeten unterwegs». Der Modulbau konnte von einem ähnlichen Projekt aus Küsnacht am Zürichsee übernommen werden. Für die Nachnutzung des Pavillons sind zurzeit verschiedene Varianten in Abklärung. Die Projekte kosten gemeinsam rund 33 Millionen Franken, rund 6 Millionen steuern die Gemeinden (Menzingen und Neuheim) und der Kanton bei. Finanzierungspartner ist die Luzerner Kantonalbank. (cro)

Sechs Tage lang dauerte die Züglete. Die Vorbereitungen waren um ein Vielfaches länger. Anleitungen und Pläne wurden den 80 Mitarbeitern, dem beigezogenen Umzugsteam und den 65 unterstützenden Zivildienstler ausgeteilt. «4000 Möbel haben wir gerückt und rund 1100 Kisten transportiert», sagt Wismer. Die Bewohner verbrachten den ihnen zugeteilten Umzugstag entweder bei Verwandten oder sie wurden tagsüber beschäftigt. Am Abend konnten sie in ihre fertig eingerichteten Zimmer ziehen. Das war wichtig. «So hatten die Senioren gleich wieder ihre bekannten Sachen um sich.»

Eine Bewährungsprobe für das gesamte Team

Für die Angestellten war die Umgewöhnung ebenfalls eine grosse Herausforderung. «Wir haben das ganze IT-System umgestellt», erklärt Angela Rinderli. Zudem sind Küche und Waschraum ausgelagert worden. Dafür hat es im Pavillon keinen Platz. Dafür konnten Räume im ehemaligen Gasthaus Luegisland in Finstersee gemietet werden. «Der Ablauf funktioniert wunderbar», erklärt Wismer. Das Essen wird nun in der Sous-Vide-Methode zubereitet. Dabei wird es gekocht und dann gleich schockgefroren und dann vor Ort aufgewärmt. Dieses System soll auch im Neubau weitergeführt werden.

«Das ganze Team ist durch das Umzugsprojekt zusammengewachsen», sagt Ruedi Wismer. «Alle haben Hand in Hand gearbeitet und sich gegenseitig unterstützt.» Noch immer sei dieser spezielle Spirit spürbar. «Uns war von Anfang an wichtig, dass wir bei der Übergangslösung im Pavillon nicht nur alle Bewohner, sondern auch alle Mitarbeiter mitnehmen können.» Das gebe nicht nur den Senioren Halt, sondern dem Team auch Sicherheit. Denn wichtiger als die Grösse des Zimmers oder der Ort, an dem man wohne, sei, dass man bekannte Leute um sich habe. «Die Beziehungen, die die Bewohnerinnen und Bewohner untereinander und mit den Pflegepersonen haben, wollten wir möglichst aufrechterhalten.»

Das ist dem Leitungsteam offensichtlich gelungen. «Es ist schön, dass ich meine Gspändli um mich habe», sagt Bewohnerin Clara Schryber, die kurz nach dem Besuch des Samichlaus mit weiteren Frauen an einem grossen Tisch im Aufenthaltsraum sitzt. Schön sei es hier, sie fühle sich wohl. «Mir gefallen vor allem die Bilder», ergänzt ihre Kollegin Bertha Nussbaumer. Sie hätten sich gut eingelebt, meinen die beiden. «Die Zimmer sind schön und wir haben alles, was wir brauchen.» Selbstverständlich sei es eine Umstellung und nicht alles sei wie vorher. «Aber es sind ja alle da. Den Chef sehen wir oft. Die Mitarbeiter sind freundlich und man kann mit ihnen reden, wenn etwas ist», das schätze sie, so Nussbaumer.

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