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Zug: Ein lebendiges Bild längst vergangener Zeiten

Das Jahr 2018 war im Kanton Zug archäologisch und bauhistorisch ertragreich und spannend. Stefan Hochuli, Leiter des Amts für Denkmalpflege und Archäologie, spricht im Vortrag über die Höhepunkte und zeigt originale Fundobjekte.

Archäologie ist alles andere als eine verstaubte Disziplin. Die Zuger Bevölkerung bekundet stets ein grosses Interesse an den Entdeckungen, heisst es in einer Mitteilung der Direktion des Innern des Kantons Zug. Deshalb lädt das Amt für Denkmalpflege und Archäologie die Öffentlichkeit jeweils Anfang Jahr zu einem Vortrag ein, an welchem die Highlights des Vorjahres präsentiert werden. «Archäologische Funde und historische Baudenkmäler sind wichtig für unser kulturelles Selbstverständnis und die gesellschaftliche Identität. Sie sind Teil unseres historischen Gedächtnisses und müssen auch für kommende Generationen gesichert bleiben», betont Amtsleiter Ste-fan Hochuli.

So stiess die Zuger Archäologie bei Ausgrabungen anlässlich des Kiesabbaus im Chamer Äbnetwald auf eine geheimnisvolle Grube aus der Bronzezeit. Darin sind Objekte deponiert worden, die auf eine rituelle Verwendung hinweisen. Besonders bemerkenswert ist eine rund 40 Zentimeter grosse Steinstele in stilisierter Menschengestalt mit einer Gravur, bei der es sich schweizweit um ein Unikat handeln dürfte. Ebenfalls im Rahmen des Kiesabbaus wurde in rund 20 Metern Tiefe der Backenzahn eines Mammuts entdeckt, der mindestens 30 000 Jahre alt ist.

Neue Erkenntnisse über das «Rotkreuzer Mammut»

Neue Erkenntnisse liegen zu den im Jahre 2015 bei Rotkreuz entdeckten Skelettresten eines Mammutbullens aus der Zeit um 15’000 vor Christus vor: Untersuchungen an der Universität Tübingen (D) ergaben eine genetische Verwandtschaft mit Mammuts aus Westsibirien. Die Überreste des «Rotkreuzer Mammuts» befanden sich während fast zweier Jahre in Deutschland in einem Konservierungsbad und können jetzt in der Ausstellung «Mammuts – Zuger Riesen zeigen Zähne» im Museum für Urgeschichte im Original besichtigt werden. «Doch es sind nicht nur die gelegentlichen Sensationsfunde der Zuger Archäologie, welche die eigentliche Bedeutung dieser kantonalen Aufgabe ausmachen. Es ist vielmehr die Summe vieler kleiner Funde und die damit verbundenen Erkenntnisse aus der Geschichte der Menschheit, die ein äusserst lebendiges Bild der Vergangenheit zeichnen», sagt Stefan Hochuli.

Die grosse Trockenheit im Sommer führte zu einem Absinken des Wasserspiegels des Zugersees. In Oberrisch konnten im Niedrigwasser rund 100 Pfähle eines jungsteinzeitlichen Pfahlbaus aus der Zeit um 3000 vor Christus lokalisiert werden. Für das Berichtsjahr ebenfalls erwähnenswert sind ein kleiner Schatz mittelalterlicher Silbermünzen aus der Gemeinde Baar und eine in der Gemeinde Hünenberg gefundene Goldmünze aus der Zeit um 1400 aus Venedig. (zim/pd)

Öffentlicher Vortrag von Stefan Hochuli, Sonntag, 20. Januar, um 15 Uhr in der Aula des Wilhelm-Gebäudes (vis-à-vis Museum für Urgeschichte).

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