Ein Liebesnest für Kachelmann

Knapp 20 000 Zuschauer säumten in Baar die Strasse am Umzug. Und liessen sich vor allem von einer Gruppe zum Tanzen einladen.

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Die Jungtambouren. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Jungtambouren. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

«Es geht los!», rief Speaker Walter Lipp freudig ins Mikrofon, als der Urknall um 14.30 Uhr ertönte. Der ohrenbetäubende Lärm war gigantisch, und man hätte fast glauben können, er war auch verantwortlich dafür, dass sich plötzlich die hartnäckige Nebelschicht am Himmel für den Umzug auflöste. Für gute Stimmung sorgte aber nicht nur das gute Wetter, sondern knapp ein Dutzend hochkarätiger Guggenmusigen. Vielseitig waren ihre Mottos: So staunten etwa die Baarer Belcantos, dass das «All überAll» ist, und die Lamacudas luden zum Mitfliegen ein. Die kakofonischen Klänge animierten die knapp 20 000 Zuschauer am Strassenrand oft zu spontanen Tänzchen und zum Mitsingen.

Flower Power. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
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Gugge Profisohrisch. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Wetterfrosch Kachelmann. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Wetterfrosch Kachelmann. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Erdmanndli Zunft Baar. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Erdmanndli Zunft Baar. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Sennetuntschi. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Räbevater Andreas I. Hotz. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Räbevater Andreas I. Hotz. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Jungtambouren. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Jungtambouren. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Feuer und Eis. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Deep Water Horizon. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Ur Baarer. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Räbegäggel Baar. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Cocorico Gugge. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Euse Räbechüng. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Blues Brothers. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Krankenkassenprämie. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Guggenmusik Menzikus. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Asterix und Obelix. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Ehrengarde Steinhausen. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Faschall Ernst der I. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Ein Römer von Asterix und Obelix. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Gugge Minifodrios. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Gugge Häxe Sagenbrüggler Baar. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Gugge Häxe Sagenbrüggler Baar. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Gugge Häxe Sagenbrüggler Baar. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Kampf der Chöre. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Kampf der Chöre. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Kampf der Chöre. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Fröschezunft. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Gugge Lamacudas Baar. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Safari. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Vollgashöckler Baar. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Die spinnen die Samstagerer. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Die spinnen die Samstagerer. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Gugge Crescendos. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)
Gugge Crescendos. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Flower Power. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

42 Nummern und tolle Sujets

Neben den Guggen war man gespannt auf die Sujets. Stefan Weber, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Baar, war schon nach der Wagenbesichtigung vor dem Umzug begeistert: «42 Nummern mit einem Mix aus traditionellen Gruppen und fantastischen Sujets. Einfach grandios und wahnsinnig, was die Leute in ihrer Freizeit auch dieses Jahr wieder gemacht haben.» Versprochen hat er nicht zu viel, denn die 1200 Mitwirkenden zeigten atemberaubende Sujets. Für die prachtvolle Gestaltung ihrer Wagen ernteten die Fasnachtsgruppen viel Applaus. So etwa der Samariterverein Neuheim oder die Provinzler aus Deinikon, die beide Jörg Kachelmann auf die Schippe nahmen. Dass Kachelmann nicht alleine an den Umzug kommt, war beiden Gruppen klar, und so luden sie kurzerhand einige seiner Frauen ein und montierten auf beiden Wagen ein Liebesnest. Mittendrin winkte natürlich der Gemeindepräsident und Räbevater Andreas I. Hotz seinen fasnächtlichen Fans zu und strahlte mit ihnen um die Wette.

Warum die Fröschen-Zunft aus Ebel letztes Jahr den Wettbewerb der besten Gruppe gewann, zeigte sie auch dieses Jahr. Ihre Kreativität ist auch in diesem Jahr ungebrochen: Mit dem Motto «Kampf der Chöre» und vielen Fröschen stiegen sie mit in den Kampf um den ersten Platz. Verdient hätten sie ihn, ebenso aber auch etwa die Grüter Riedchrötä aus Allenwinden mit einer eigenen konstruierten Rodelbahn und einer Hängebrücke. Den ersten Platz gewannen die Dancing Cats aus Baar mit dem Motto «Blues Brothers». Mit bluesigen Rhythmen und vielen Tänzerinnen und Tänzern war die Tanzfreude der Zuschauer geweckt. Das Publikum jubelte und tanzte fleissig mit. «Toll war es», sagte Walter Lipp zum Schluss, und diese Meinung teilte mit ihm wohl das Gros der Anwesenden.

Simon Randriam Ora