Ein Maserati, ein Mercedes und jede Menge Schulden – wie ein Kunde eines Zuger Autohändlers die Grenzen auslotete

Für die insgesamt 250'000 Franken teuren Autos hätte der Kunde 4500 Franken Leasingraten pro Monat bezahlen sollen. Dies ging nicht lange gut.

Zoe Gwerder
Drucken
Teilen

Mit dem Leasing eines schnittigen Mercedes sowie eines Maserati-Cabrios zum Neuwert von insgesamt rund 250'000 Franken hatte sich kürzlich das Zuger Obergericht zu befassen. So hatte ein ausserkantonaler Geschäftsmann bei einem Autohändler im Kanton Zug die beiden Wagen geleast. Den einen auf den Namen seines Unternehmens seit 2013, den anderen als Privatperson seit 2015, wie dem Urteil zu entnehmen ist. Für die beiden Wagen verpflichtete sich der Mann insgesamt rund 4500 Franken pro Monat zu bezahlen. Hierbei durfte er den Wagen jedoch nicht so benutzen, wie es ihm beliebte. Die Reichweite wurde auf etwas weniger als 20'000 Kilometer pro Jahr reduziert. Für jeden Kilometer mehr musste er bezahlen – so der Vertrag.

Neue Verhandlungen trotz ausstehender Zahlungen

Der finanziellen Belastung seit der Anschaffung des zweiten Wagens 2015 hielt der Mann offenbar nur rund ein Jahr stand. Denn lediglich 13 Monaten nach der Unterschrift des zweiten Leasingvertrags bezahlte er die Raten nicht mehr. Als der Autohändler ihm fünf Monate später den Vertrag fristlos kündigte und die Autos gemäss Vertrag zurückhaben wollte, meldete sich der Geschäftsmann beim Autohändler. Dort sagte ihm ein Mitarbeiter, er könne die Autos behalten, wenn er die Leasingzinsen wieder bezahle. Die beiden Luxuskarossen blieben beim Geschäftsmann. Gleichzeitig nahmen er und der Autohändler wieder Verhandlungen über einen neuen Vertrag auf, mit welchem der Geschäftsmann sogleich auch die angehäuften Schulden abzahlen sollte.

Die Verhandlungen dauerten rund ein Jahr. Als der Geschäftsmann jedoch auch dann nicht unterzeichnete brach der Autohändler die Verhandlungen ab. So gingen die Wagen mit Neupreis von rund 250'000 Franken erst über ein Jahr nach der fristlosen Kündigung des Leasingvertrags an den Händler zurück.

Zwar zahlte der Geschäftsmann die ausstehenden Raten zwischen seinem Zahlungsabbruch und der fristlosen Kündigung. Die offenen Raten, welche er jedoch nach dem Telefonat mit dem Autohändler hätte bezahlen sollen, da er die Wagen weiterhin behielt, bezahlte er nicht – also Raten von mehr als einem Jahr. Über 63'000 Franken. Hinzu kam, dass der Mann die Wagen stärker benutzte, als dies gemäss Leasing zulässig gewesen wäre. Gemäss den Zahlen im Urteil muss davon ausgegangen werden, dass er mehr als das Doppelte der zulässigen Kilometer fuhr. Weshalb zusätzliche Kosten von rund 45'000 Franken hinzukamen.

Das Urteil des Zuger Kantonsgericht, rund 108'000 Franken zuzüglich 5 Prozent Zins zurückzuzahlen zog der Geschäftsmann vors Obergericht. Zusammen mit seiner Forderung, der Autohändler müsse ihm rund 16'000 Franken, die er angeblich in eines der Autos hineingesteckt habe, zurückerstatten.

Das Obergericht kommt jedoch zum Schluss, dass das Kantonsgericht richtig geurteilt hatte. Es bestätigt dessen Urteil. Der Geschäftsmann muss nun zusätzlich zu den 108'000 Franken auch noch weitere 7400 Franken für die Gerichtskosten sowie 6830 Franken zur Entschädigung des Autohändlers bezahlen.

Mehr zum Thema