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Ein Mega-Projekt für das Spinnerei-Areal in Baar

Die Grundeigentümerschaft des Spinni-Areals in Baar möchte das Gebiet am Ostrand der Gemeinde weiterentwickeln. Vorgesehen ist eine Umnutzung des heutigen Arbeitsplatzgebietes in eine Mischzone. Gesamthaft geht es um eine Nutzfläche von 74000 Quadratmetern.
Rahel Hug
Das Areal Spinnerei an der Lorze – rechts im Bild ist der Altbau zu sehen – soll ein neues Gesicht erhalten. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 21. Mai 2019)

Das Areal Spinnerei an der Lorze – rechts im Bild ist der Altbau zu sehen – soll ein neues Gesicht erhalten. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 21. Mai 2019)

Es ist ein geschichtsträchtiges Areal – und ein Areal, auf dem viel möglich ist. Die Rede ist von der Spinnerei an der Lorze am Ostrand von Baar. Zeitweise befand sich hier die grösste Baumwollspinnerei der Schweiz, 1994 wurde mit der Einstellung der Produktion ein wichtiges Kapitel der Zuger Industriegeschichte geschlossen.

Nun möchte die Grundeigentümerin, die Patrimonium Anlagestiftung, das Gebiet weiterentwickeln. Vorgesehen ist eine Umnutzung des heutigen Arbeitsplatzgebietes in eine Mischzone mit Arbeits- und Wohnnutzungen, wie aus den Baarer Gemeindenachrichten hervorgeht. Die Grundeigentümerin führt gemeinsam mit der Abteilung Planung/Bau am 12. Juni eine Info-Veranstaltung durch (siehe Hinweis).

Der Altbau steht unter Denkmalschutz

Konkret handelt es sich um die Gebäude Langgasse 40 und Haldenstrasse 1, 3 und 5. Das Areal besteht aus zwei Gebäudeteilen, einem Altbau aus dem Jahr 1903 und einem Neubau mit Baujahr 1988 bis 1989. Im denkmalgeschützten Altbau, der 1994 bis 1995 saniert wurde, war früher die Spinnerei Lorze untergebracht. Heute werden beide Gebäude als Büros, Gewerbe- und Verkaufsflächen genutzt. So befindet sich dort beispielsweise das Fitness-Center One, das Warenhaus Otto’s oder der Sportartikelverkäufer Decathlon.

Wie der Baarer Bauvorsteher Jost Arnold (FDP) auf Anfrage informiert, möchte die Grundeigentümerin 35 Prozent reine Arbeitsfläche und 35 Prozent Wohnfläche schaffen. Angedacht seien überdies Kleinwohnungen, preisgünstige Wohnungen sowie Alterswohnungen mit Service. Weiter beabsichtige die Besitzerin, ein Hotel zu realisieren, und weitere Nutzungen für Bildung, Freizeit und Kultur. Insgesamt geht es um eine Nutzfläche von 74000 Quadratmetern.

Es ist offensichtlich ein Mega-Projekt, das hier vorangetrieben werden soll. Ein Projekt, das die Gemeinde Baar begleitet und unterstützt. «Dieses Vorhaben würde das Gebiet auf jeden Fall aufwerten», sagt Jost Arnold. Darüber, wie viele Neubauten entstehen sollen und wo genau, kann der Bauchef momentan noch keine Auskunft geben. «Das wird zurzeit ausgearbeitet. Das detaillierte Raumprogramm ist noch völlig offen.» Fest steht lediglich, dass ein Abriss des Gebäudes an der Langgasse 40 vorgesehen sei und an dessen Stelle «kleinere Baukörper» gebaut werden könnten. Ziel sei es, die Nutzflächen im historischen Gebäudeteil zu erhalten. Kürzlich wurde das Programm für den Studienauftrag unter Architekturteams formuliert. Man starte nun ein städtebauliches Studienverfahren, um die Möglichkeiten auf dem Areal «sorgfältig abzuklären», so Arnold. Die Situation sei anspruchsvoll, weil sich allfällige neue Gebäude dem historischen Kontext anpassen müssten. «Details werden an der Informationsveranstaltung vorgestellt», sagt Jost Arnold. Involviert sei bei der Planung auch die kantonale Denkmalpflege. Für das Areal existiert laut dem Gemeinderat ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1998. 2010 wurde dieser abgeändert in Bezug auf die Verkaufsflächen im Non-Food-Bereich.

Das Areal im Herbst 2015 erworben

Über eine allfällige Zonenänderung von einer Arbeits- in eine Mischzone könnte die Baarer Bevölkerung entscheiden, wie Jost Arnold sagt. «Ob dies an einer Urnenabstimmung oder an der Gemeindeversammlung sein wird, steht zurzeit aber noch nicht fest.»

Die Anlagegruppe Wohnimmobilien Schweiz der Patrimonium Anlagestiftung und der Patrimonium Swiss Real Estate Fund (PSREF) haben das Areal im Herbst 2015 erworben. Es wird im Miteigentum gehalten. Man könne zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Stellung nehmen zum Projekt, heisst es seitens des Unternehmens. François Hutter, Manager Marketing & Innovation, verweist auf die Info-Veranstaltung vom 12. Juni.

Am Mittwoch, 12. Juni, findet um 19 Uhr im Gemeindesaal Baar eine Informationsveranstaltung zur Arealentwicklung Spinnerei an der Lorze statt.

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