Ein modernes Büronetzwerk für das Ägerital

Die Bürgergemeinde Unterägeri engagiert sich mit den beiden Ägerital-Gemeinden für die flexiblen Arbeitsplätze.

Carmen Rogenmoser
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Mobilität und Digitalisierung – zwei Schlagwörter unserer Zeit. Wie werden wir uns künftig fortbewegen, wie arbeiten? Mit diesen Themen beschäftigt sich gegenwärtig auch die Bürgergemeinde Unterägeri. Sie hat sich mit den Einwohnergemeinden Ober- und Unterägeri zusammen getan und die Idee eines Coworking-Spaces entwickelt. Rund die Hälfte der Arbeitnehmenden in der Schweiz könnten ortsunabhängig arbeiten. Die Coronakrise habe bewiesen, dass das auch in der Praxis möglich ist, heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung. Im Homeoffice fehlten aber der soziale Austausch, eine professionelle Infrastruktur und eine klare Trennung von Berufs- und Privatleben. Coworking-Spaces können dem entgegenwirken.

«Wir denken insbesondere an Berufstätige und Studenten aus dem Ägerital, die einerseits zu Hause nicht ein geeignetes Arbeitsumfeld haben oder gerne zusammen mit anderen arbeiten wollen», sagt Arthur Walker, Unterägerer Bürgerrat, auf Nachfrage. Angesprochen fühlen könnten sich aber auch Vereine oder Unternehmer, die einen Tagungs- oder Sitzungsort suchen. Interessierte haben die Möglichkeit, aktiv bei der Weiterentwicklung der Idee und schliesslich auch bei deren Umsetzung mitzuarbeiten.

Eine Umfrage und ein Informationsanlass

Eine eigens eingerichtete Online-Umfrage wurde gemacht und für Mitte Oktober ist ein Informationsabend geplant (siehe Hinweis). «Die Online-Umfrage klärt das Interesse ab», führt Walker aus. Stichworte wie Arbeitsfeld, Bedarf an Coworking-Space, bisherige Erfahrungen oder mögliche und gewünschte Dienstleistungen spielen eine Rolle. Ein erstes Zwischenfazit, das Mitte September (62 Teilnehmer) gemacht wurde, zeige, dass das Bedürfnis nach einer solchen Institution bestehe.

«Besonders erfreulich sind die 32 Personen, die sich vorstellen können, beim Aufbau mitzuwirken»,

so Walker. Gute Voraussetzungen dafür, dass sich eine Spurgruppe für den weiteren Prozess findet, so Walker. Unterstützt im Entwicklungsprozess werden die Behörden von Village Office. Die Genossenschaft hilft beim Aufbau von Coworking-Spaces. Sie fördert dezentrales Arbeiten und baut ein schweizweites Netzwerk auf.

Bürgergemeinde wagt sich in ein neues Gebiet

Coworking-Spaces sind auch im Rahmen der Ortsplanungsrevision, die momentan in den beiden Ägerital Gemeinden laufen, Thema. Es handle sich keinesfalls um eine Konkurrenzsituation, beschwichtigt der Bürgerrat. Dies auch, weil das Anliegen von den Gemeinderäten getragen werde. «Hier findet klar eine Zusammenarbeit statt.»

Apropos Interessenvertreter: Der Aufbau eines Coworking-Spaces gehörte bisher nicht zu den Kernaufgaben der Bürgergemeinde. «Das ist richtig», bestätigt Arthur Walker und führt aus: «Die Bürgergemeinde plant im Euw eine Überbauung mit drei Gebäuden. In einem der Gebäude sind zwei Kindergärten geplant, in einem anderen ein Museum und im dritten stehen Räume für das Gewerbe zur Verfügung.» Es habe sich gezeigt, dass Räume, die vielfältig genutzt werden können, ein Bedürfnis seien. Dafür habe es im Neubau Platz. Geht das Projekt aber schneller und das Büro-Projekt könnte schon im nächsten Jahr umgesetzt werden, würde die Gemeinde Unterägeri mit einer Zwischenlösung einspringen.

Weitere Informationen gibt es unter hier. Der Informationsanlass findet am 19. Oktober um 19 Uhr in der Ägerihalle Unterägeri statt.