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Ein Musikgenuss passend zur Jahreszeit

Die Stadtmusik Zug ist schon länger ein Garant für qualitativ hochstehende Konzerte. So verwunderte es denn auch wenig, dass das Publikum am Samstag zahlreich und in bester erwartungsfreudiger Festlaune erschienen ist.
Haymo Empl
Die Stadtmusik Zug an ihrem Konzert vom Samstag. Links neben dem Dirigenten: der Zuger Klarinettensolist Nicola Katz bei einem seiner Einsätze an diesem Abend. (Bild: Roger Zbinden, Zug, 24. November 2018)

Die Stadtmusik Zug an ihrem Konzert vom Samstag. Links neben dem Dirigenten: der Zuger Klarinettensolist Nicola Katz bei einem seiner Einsätze an diesem Abend. (Bild: Roger Zbinden, Zug, 24. November 2018)

Draussen spielte der November mit den letzten Resten des Herbstlaubs, drinnen spielten sich die Musiker ein. Dirigent Sandro Blank schaffte es in Minuten, seine professionellen Mannen und Frauen musikalisch auf Kurs zu bringen, denn die Stadtmusik hatte sich für Gustav Holsts zweite und letzte Suite für Konzertband entschieden. Das bedeutet, dass die Musizierenden die länger und schwieriger zu spielende Aufführung als die Schwestersuite gewählt hatten.

Dies machten die Männer und Frauen fehlerlos. Obschon wohl ein wenig angespannter, als von Holst ursprünglich gedacht. Holst interessierte sich, wie zu der damaligen Zeit üblich, für Volksmusik – und mit der Stadtmusik Zug diese wiederzuentdecken, war ein Genuss. Holst funktioniert im Herbst irgendwie ­immer, und wenn dann noch passend eine Klarinette ins Spiel kommt, dann ist der Konzertabend schon beinahe perfekt. ­Nicola Katz ist der junge Zuger Musiker, der am Abend zeigte, was und vor allem wie eine Kla­rinette sein kann: ein Stück Lebensfreude, ein Lebensabschnitt, eine Einstellung. Denn was der Nachwuchsmusiker – der schon viel mehr als das ist – mit simpler Physik schaffte, war am Samstag mehr als beachtenswert.

Perfekte Beherrschung der «verhassten» Klarinette

Die räumlich-akustische Aufteilung war allerdings eher suboptimal, was der Lokalität geschuldet war: Es waren schlicht zu viele Instrumente auf zu engem Raum, und dadurch entstand zuweilen eine gewisse Hastigkeit – dennoch wirkten die gegebenen ­Umstände in keiner Weise störend (abgesehen von einem Plastiksack, der während des ganzen Konzertes am Bühnenrand stand) – zu hochkarätig die Musiker, zu spannend die Stücke.

Neuerdings ist sich das Publikum gewohnt, Anweisungen «wann es denn zu klatschen hat» zu erhalten. Am Konzert vom Samstag war dies obsolet, denn die Stadtmusik Zug verstand es, wohl platzierte dramaturgische Pausen einzulegen. ­Nicola Katz führte seine Audienz mit der Klarinette meisterlich durch die Komposition. Überhaupt war es am Samstag erstaunlich, wie es jemand schafft, mit diesem viel gelobten und zugleich so verhassten Instrument der klassischen Musik derart virtuos die Zuhörerschaft in den Bann zu ziehen – da gehört nicht nur die Spielkunst dazu, sondern auch die entsprechende Ausstrahlung und das Gefühl für die Intention des Komponisten. Dazu das Gespür für die Musik und letztlich dafür, was wann wie viel dem Publikum zugemutet werden soll und darf.

Souverän gemeisterte Herausforderung

Nach den ersten 40 Minuten Konzert dann die erste Pause. Dramaturgisch nachvollziehbar, denn dann ging es Schlag auf Schlag weiter mit zeitgenössischer Musik: Die Zuger wussten einzelne Passagen von Astor Piazzolla (auch hier wieder: ein stilsichererer, bescheidender, aber umwerfender Nicola Katz) durchaus zu goutieren und sich mit spontanem Szenenapplaus zu bedanken.

Sandro Blank als Dirigent kommunizierte und interagierte mit dem Publikum sowie dem Orchester souverän, aber manchmal doch etwas zu verhalten. Überhaupt das Orchester: Die argentinischen Klänge eines Ferrer Ferran und die Melodien des Spätromantikers Gustav Holst mit derartiger Contenance dem nicht ganz ausverkauften klassikinteressierten Theater-Casino-Publikum zu vermitteln, war eine Herausforderung, die die Stadtmusik Zug mehr als nur souverän gemeistert hatte. Und von Nicola Katz und seinem Spiel werden wir noch viel hören.

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