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Zwischennutzung LG-Areal: Ein Museum, Sport, Events und Kulinarik

Fürs Haus Gartenstadt 2a und die Shedhalle auf dem LG-Areal sind spektakuläre Zwischennutzungen geplant. Etwa ein Sport- und Spielparadies, eine Eventhalle, ein Food-Markt und ein Museum namens Modi, in dem das soziale Lernen gefördert werden soll.
Christopher Gilb
So stellen sich die Initianten das Museum Modi (rechts im Bild) von aussen vor. Direkt dahinter liegt die Shedhalle, wo es diverse Zwischennutzungen geben soll. (Visualisierung: PD)

So stellen sich die Initianten das Museum Modi (rechts im Bild) von aussen vor. Direkt dahinter liegt die Shedhalle, wo es diverse Zwischennutzungen geben soll. (Visualisierung: PD)

Stolz präsentierte Zugs Bauchef André Wicki am Donnerstagvormittag gemeinsam mit den Beteiligten die zukünftige Zwischennutzung für die Shedhalle und das Haus Gartenstadt 2a auf dem LG-Areal. Die Zwischennutzung ist bis Ende 2022 vorgesehen, was danach passiert, steht noch nicht fest. Er sei überzeugt, mit der Zwischennutzung werde ein kultureller und kulinarischer Ort geschaffen. «Einer, der sich als echte Konkurrenz zu anderen Angeboten in Zürich und Luzern etablieren kann», so Wicki.

Noch produziert Siemens in der Shedhalle, doch demnächst wird diese geräumt sein. Dann will Micha Federle loslegen. Federle leitet die Live-Marketing-Agentur Pointbreak in Zürich. Zu deren Projekten gehören Fonduehütten in Städten, temporäre Gartencafés, diverse Sportevents und neuerdings auch der Betrieb der festen Surfwelle in der Mall of Switzerland. Ein Projekt, das er übernahm, nachdem der ursprüngliche Betreiber ausgestiegen war.

Hochwertige Kulinarik diverser Anbieter

Oft sind es ehemalige Industrieareale auf denen Federle die Projekte realisiert. Und nun ist das LG-Areal dran: «Es war Liebe auf den ersten Blick», sagt er zur Shedhalle. Kennen gelernt hat er die Stadt Zug durch das Zug Sports Festival, an dem er schon mitgewirkt hat. Eine Markthalle mit 16 Essensständen mit 500 Sitzplätzen auf 3600 Quadratmetern, ein Spielparadies mit beispielsweise grossen Trampolinen und vielem mehr auf 2000 Quadratmetern sowie ein mietbarer Veranstaltungsraum für Seminare, Vereine und Kulturveranstaltungen mit Platz für bis zu 1800 Personen plant er. Die Kulinarik soll dabei hochwertig sein und sowohl von lokalen wie nationalen Anbieter stammen. Auch ein Bereich für Kochkurse soll es geben. Bereits nach den ersten Berichten über das Projekt habe er rund zehn Anfragen erhalten. Ein Grossteil der Stände soll fix sein, anderer je nach Jahreszeit wechseln.

«Es war Liebe auf den ersten Blick»
Micha Federle über die Shedhalle

Wichtig ist ihm die Doppelnutzung. «Dass die Erwachsenen beispielsweise Kulinarik probieren und die Kinder sich auf dem Spielplatz austoben können.» Auch da sei bereits ein Partner gefunden. Dass das nötige Interesse am Angebot vorhanden sei, habe eine entsprechende Erhebung in der Stadt Zug ergeben. Ziel sei es, im Mai 2019 zu eröffnen. Zwei Einsprachen zum Baugesuch habe es zwar gegeben. «Aber keine grossen Sachen», so Federle. Einige Sponsoren müssten aber noch gefunden werden.

Der abgebildete Hauptteil der Shedhalle soll sich in eine grosse Markthalle verwandeln, in den anderen Bereichen ist ein Sport- und Spielparadies sowie eine Veranstaltungshalle geplant. (Visualisierung: PD)

Der abgebildete Hauptteil der Shedhalle soll sich in eine grosse Markthalle verwandeln, in den anderen Bereichen ist ein Sport- und Spielparadies sowie eine Veranstaltungshalle geplant. (Visualisierung: PD)

Virtuell an einen Rollstuhl gebunden

Im Oktober 2019 soll dann im Haus Gartenstadt 2a das Museum Modi (Museum für Vielfalt und Inklusion) eröffnen. Zur Shedhalle soll es einen Durchgang geben. Initiant ist Andreas Heinecke, der als erfolgreichster Sozialunternehmer Deutschlands gilt. Seit 30 Jahren führt er auf der ganzen Welt sogenannte Dialogausstellungen durch. Ziel sei die Förderung von «Menschen, die am Rand stehen». 10 Millionen Besucher und 10000 geschaffene Jobs nennt er als Beispiele für seinen Erfolg. Seine Ausstellungen heissen «Dialog im Dunklen» oder «Dialog in der Stille», seine Mitarbeiter sind ältere, taube oder blinde Menschen, «in der Ausstellung sind diese dann die Sehenden», so Heinecke. Auch das Konzept des Restaurants Blindekuh gehe auf eine dieser zurück.

Die Idee fürs Museum habe er schon länger gehabt, durch Kontakte zur Marc Rich Foundation sei er dann auf die Schweiz und auf Zug als Standort aufmerksam geworden. «Schon der Eingangsbereich ist nicht wie ein klassisches Museum, sondern mehr wie ein Apple-Store gestaltet.» Besucher sollen angesprochen und eingebunden werden. Beim Rundgang durchs Museum lernen sie dann aktiv die Thematik der sozialen Ausgrenzung kennen, erleben virtuell, wie es ist, an den Rollstuhl gebunden zu sein und gehen durchs Dunkle. Das jährliche Besucherpotenzial schätzt er auf 130000. Das Einzugsgebiet gehe weit über Zug hinaus. Auch Heinecke ist noch auf der Suche nach weiteren Sponsoren, zeigt sich aber zuversichtlich. Zug solle für das Projekt erst der Anfang sein.

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