Ein neuer Prinz für eine kunterbunte Fasnacht

Ein neuer Blaublüter hat den Thron der Letzibuzäli in Zug bestiegen. Uni I. freut sich auf einen farbigen Umzug, an dem «eis Konfetti nie ällei» kommt.

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Inthronisation von Uni I. im Pfarreiheim St. Johannes mit seinen Prinzessinnen Petra Schweizer (links) und Cristina Tiqui. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Inthronisation von Uni I. im Pfarreiheim St. Johannes mit seinen Prinzessinnen Petra Schweizer (links) und Cristina Tiqui. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

«Nicht Prinz William aus England und auch nicht Prinz Frederik aus Dänemark steht jetzt vor euch. Nein, ich bin es: Letzibuzäli-Prinz Uni I.» Aus dem Publikum ist lauter Jubel zu hören. Gläser klirren beim Anstossen, und es wird freudig Beifall geklatscht. Urs Niederberger, der neue Blaublüter, strahlt übers ganze Gesicht. Er freue sich auf ein einmaliges Erlebnis und eine kunterbunte Fasnacht. Dies ganz nach seinem Fasnachtsmotto: «Eis Konfetti chunt nie ällei.»

Schönheitsschlaf nicht vergessen

Die Guggenmusig Gugus eröffnet den Abend ganz im Wikingerlook mit bekannten Hits wie «Geile Zeit» und «Bye Bye Baby». Die Titelauswahl passt perfekt zur bevorstehenden Exthronisation von Claude I., der sogleich die Bühne im Pfarreiheim St. Johannes mit seinen beiden Prinzessinnen betritt. Seine Amtszeit wird noch einmal Revue passiert und mit witzigen Anekdoten gespickt. Als schönstes Erlebnis in seiner Zeit als Prinz hebt Claude I. seinen Besuch im Behindertenheim Maihof hervor. All die strahlenden Gesichter werde er nie mehr vergessen. Er spricht allgemein in Superlativen und betont damit, wie sehr er die «mega geile Fasnacht» genossen hat. «Im Saufen, Schnupfen und Feiern waren die Letzibuzäli schon immer am Besten», sagt der Altprinz lachend. Sein Amt gebe er nicht ohne Tränen in den Augen ab. Der Job als Blaublüter ist jedoch nicht nur ein Zuckerschlecken. «Immer schön lächeln und ja nicht auf den Schönheitsschlaf verzichten», gibt Prinzessin Naemi Schär ihren Nachfolgerinnen als Tipp mit auf den Weg.

«Sich auf einiges gefasst machen»

Die Spannung steigt langsam, und die Guggenmusig Los Contineros kündigt den Einzug von Uni I. mit dem Song «Simply The Best» an. Das fasnachtsbegeisterte Publikum wippt fröhlich im Takt mit, und manche sind sogar aufgestanden, um zu tanzen. Bald aber wird die Guggenmusig durch schnellen Trommelwirbel abgelöst, und alle im Raum erheben sich, um dem Prinz mit seinen Prinzessinnen die Ehre zu erweisen. «Wir können uns auf einiges gefasst machen», sagt Zunftmeister Arthur Brühlmann schmunzelnd, und Markus Fischbacher, Altprinz und stellvertretender Zeremonius, stimmt ihm zu: «Uni I. ist als Widder reizbar, rachsüchtig und setzt sich immer wieder gerne in Szene», sagt der Zeremonius mit einem Blick ins Sternzeichen und fügt ans Publikum gewandt hinzu: «Was wollen wir mehr?» Feierlich überreicht er Uni I. die goldene Prinzenplakette, damit er den Fasnachtsgedanken in die Welt hinaustragen könne.

Sogleich folgt das Zepter als Zeichen der Macht. Das rote Kissen liegt bereits in der Mitte der Bühne, und Uni I. kniet sich, mit je einer Prinzessin an seiner Seite, darauf. Nun ist der grosse Moment für ihn gekommen, und als das «Gloria, es ist vollbracht» aus den Lautsprechern erklingt, strahlen seine Augen. Der Hobbykoch ist überzeugt, dass er mit den Prinzessinnen Cristina Tiqui und Petra Schweizer die richtige Wahl getroffen hat: «Cristina bringt durch ihre philippinischen Wurzeln ein wenig Exotik in die Fasnacht, und Petra als bestes einheimisches Gewächs die nötige Tradition. Von ihren Händen werde ich gut getragen werden.»

Jasmin Gut