Kolumne

Ein neues Hobby in der Krise?

Im Lockdown zu Hause puzzeln und Bananenbrot backen, ist nicht jedermanns Ding. Die Redaktorinnen unserer Zeitung sind geteilter Meinung.

Laura Sibold
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Redaktorin Laura Sibold.

Redaktorin Laura Sibold.

Bild: Stefan Kaiser

Anfangs ging es mir in der Coronakrise wie vielen anderen auch: Ich sass zu Hause, starrte an die Decke und wusste nichts mit mir anzufangen. Statt Freunde zu treffen und draussen Sport zu treiben, sass ich in Trainerhosen auf dem Sofa. Dank Homeoffice hatte ich zwar etwas zu tun, doch abgesehen davon drehte ich sprichwörtlich Däumchen.

Bis zu dem Tag, als ich im Briefkasten eine Überraschung entdeckte. Eine Freundin hatte mir ein Bananenbrot gebacken und das Rezept beigelegt. Nach etwas «Herumgefrotzle» – denn dass im Lockdown jeder zum Bananenbrotbäcker und Hochleistungssportler mutierte, ist kein Geheimnis, wie auch Kollegin Muff weiss – setzte ich mich mit meinem Bananenbrot aufs Sofa. Es war richtig lecker! Statt Däumchen zu drehen, steckten meine Hände bald in Teigklumpen.

Um auch geistig nicht zu veröden, bestellte ich mir kurz darauf ein 2000er-Puzzle mit der Skyline von New York. Es liegt noch immer bei mir auf dem Stubentisch und nimmt langsam, aber stetig Form an. Auch Puzzeln ist ein neues Hobby, welches ich derzeit mit zigtausend Menschen teile, wie ein Blick auf Social Media zeigt. Das schafft ein Stück Verbundenheit in einer sonst eher einsamen, trostlosen Zeit und tut mir gut.


Redaktorin Andrea Muff.

Redaktorin Andrea Muff.

Bild: Stefan Kaiser

Es braucht wirklich viel, bis es mir so richtig langweilig wird. Ich sitze nämlich gerne zu Hause und starre die Decke an. Dabei erfreue ich mich an der Ruhe und dem sprichwörtlichen Nichtstun. Natürlich verspüre ich in diesen Lockdown-Tagen den Drang, meine Zeit draussen zu verbringen, spazieren gehen im Wald oder am See gehören dazu. Dabei geniesse ich die Zeit mit mir alleine.

Nun sind in der gegenwärtigen Zeit gute Ratschläge zwar willkommen, aber nicht unbedingt gefragt. Da ich einen Ein-Personen-Haushalt führe, befürchteten Freunde und Familienangehörige, ich könnte dieser Tage vereinsamen. Ich solle doch Zeichnen, wie Kollegin Sibold Bananenbrot backen – so nebenbei, ich mag keine Bananen – Puzzeln, Gärtnern, Putzen und so weiter. Die Liste der kreativen Vorschläge für neue Hobbys ist endlos.

Doch meine Beschäftigung reichen auch bei mehr Freizeit aus. So freue ich mich sogar, wenn das Wetter für einmal nicht stimmt. Denn an einem Regentag einfach in Trainerhosen auf dem Sofa zu liegen und den ganzen Tag auf meinem Lieblingsstreamingdienst zu verweilen, geniesse ich. So schalte ich ab – dabei sind meine Hände in der Chipstüte definitiv besser aufgehoben als in einem Teigklumpen.