Leserbrief

Ein neues Jagdgesetz sollte auch die Bergbevölkerung schützen

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 27. September

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Wenn wir unsere direkte De‑ mokratie rühmen, so wird im gleichen Atemzug die bewährte Errungenschaft unseres Föderalismus erwähnt – alle stimmen diesem Prinzip bei, die Probleme dort zu lösen, wo man damit konfrontiert und am nächsten dran ist.

Nicht so beim Jagdgesetz – mit sehr viel Geld, einem Budget von zwei Millionen Franken, haben die potenten Verbände WWF, Pro Natura, Bird Life u.a. gegen das Jagdgesetz gekämpft, es sogar als Abschussgesetz diffamiert. Was da alles an Unwahrheiten zu lesen und in Bildern dargestellt war – die Wahrheit blieb auf der Strecke. Wie wir mit der Natur umzugehen haben – die Heilsbotschaft der Verbände, die einzige Wahrheit, haben sie durchgepaukt.

Über die betroffene Bergbevölkerung hinweg haben die bevölkerungsreichsten Städte und Unterland-Kantone entschieden, wie sich unsere Bergbauern in den alpinen Zonen mit dem Wolf arrangieren sollen. Und der Bund soll entscheiden, also entgegen dem Föderalismus, wann und ob die geschulte Wildhut einen Wolf schiessen darf; also genau diese Behörde, die am weitesten vom Problem weg sitzt und zudem träge ist wie ein Super-Öltanker. Möglichst hoch sollen die Hürden sein – bis eine Bewilligung eintrifft, wo ist dann dieser schadenstiftende Wolf?

Das trotz allem Geldeinsatz knappe Resultat soll nun die Gegner verpflichten, ein besseres Jagdgesetz durch die Räte zu pauken, das unsere Bergbevölkerung nicht allein lässt mit ihren Problemen.

Hans Wild-Iten, Unterägeri


Das Nein zum neuen Jagdgesetz stärkt den Natur- und Artenschutz in der Schweiz. Das Zuger Komitee «Nein zum Jagdgesetz» dankt allen, die sich gegen das missratene Jagdgesetz ausgesprochen haben. Das Stimmvolk will einen verbesserten Schutz der Wildtiere in der Schweiz und ohne Kantonskompetenz für die Regulierung geschützter Tiere. Die Ablehnung der Gesetzesrevision macht den Weg frei für eine bessere Lösung. Es ist ein Fingerzeig, dass Bundesrat und Parlament den Schutz der Arten nicht verwässern dürfen, sondern mehr tun müssen für die bedrohte Biodiversität.

Auf Bundesebene ist nun rasch eine bessere Version des Jagdgesetzes zu erarbeiten. Ein «Jagdgesetz mit Augenmass» schützt bedrohte Arten, stärkt die Biodiversität und ermöglicht einen pragmatischen, artgerechten Umgang mit dem Wolf. Die Naturschutzorganisationen waren und sind gesprächsbereit. Grosse Beutegreifer, Alpwirtschaft und Jagd haben nebeneinander Platz. Konflikte wollen wir dabei weder schönreden noch aufbauschen – sondern lösen.

Zuger Komitee «Nein zum Jagdgesetz»: André Guntern, Präsident Pro Natura Zug; Barbara Gysel, Präsidentin WWF Zug; Anna Spescha, Präsidentin Zuger Vogelschutz