Ein Paar aus dem Kanton Zug nimmt sich eine Auszeit von der Auszeit

Ein Paar aus Neuheim und Edlibach befindet sich auf Weltreise in einem alten Saurer-Lastwagen. Gegenwärtig sind alle an anderen Orten.

Raphael Biermayr
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Rebecca Strickler (rechts) und Patrick Hegglin betrachten das verlassene Bergdorf Gamsutl in Dagestan (Kaukasus).

Rebecca Strickler (rechts) und Patrick Hegglin betrachten das verlassene Bergdorf Gamsutl in Dagestan (Kaukasus).

Bild: PD
Im Altyn-Emel-Nationalpark in Kasachstan.
21 Bilder
Rebecca Strickler und Patrick Hegglin auf dem Bike in der Zentraltürkei.
Der Bodensee in der Steiermark in Österreich.
Rebecca Strickler und Patrick Hegglin geniessen die Aussicht von der kroatischen Insel Rab.
Beim bekannten Kloster im montenegrinischen Kotor.
Die Neuheimerin und der Edlibacher sind seit neun Jahren ein Paar
Die Begegnung mit Hirten in Volos (Griechenland) war eindrücklich.
Die Brücke über den Bosporus in Istanbul.
Ballons in Kappadokien in der Zentraltürkei.
Auf dem Weg zum Kloster Geghard in Armenien.
Das Höhlenkloster Vardzia in Georgien.
Ein Bad im Schlammvulkan in Aserbaidschan.
Sonnenaufgang in der aserischen Hauptstadt Baku.
Eindrückliche Siedlung in Dagestan.
Der Baikalsee in Sibirien.
Der bisher östlichste Punkt der Reise in der Mongolei, im Hintergrund die Dschingis-Khan-Statue.
Das Reisepaar in der Wüste Gobi in Mongolei.
Rebecca Strickler vor einer klassischen mongolischen Jurte.
Wüstenschlösser aus dem 1. Jahrhundert in Usbekistan.
In der usbekischen Hauptstadt Samarkand.
Die Wintersportler sind auf einem Sessellift in Kirgistan.

Im Altyn-Emel-Nationalpark in Kasachstan.

Bild:PD

Fast acht Monate lang waren sie unzertrennlich: Die Neuheimerin Rebecca Strickler (25), der Edlibacher Patrick Hegglin (26) und ihr Saurer-Lastwagen (44). 15 Länder haben sie buchstäblich erfahren, es ging durch Ex-Jugoslawien und weiter ostwärts.

Seit ein paar Wochen aber befinden sich Strickler in der Karibik, Hegglin in Edlibach und das Gefährt in Kirgistan. Wie das? «Wir wollten dem Winter im Osten entfliehen», sagt Strickler. So flogen sie und ihr Freund auf die Insel St.Lucia in die Wärme und liessen den Saurer auf einem bewachten Parkplatz in Kirgistan zurück. Mittlerweile ist Patrick Hegglin nach Hause geflogen, wo der Lastwagenchauffeur während einiger Wochen bei seiner früheren Firma arbeiten kann. Auch Rebecca Strickler arbeitet in einem früheren Betrieb: Die gelernte Bäcker-Konditorin zeigte den Angestellten eines Hotels auf St.Lucia im vergangenen Jahr, wie man gutes Brot backt. Nun kann sie das erneut tun und damit etwas Geld verdienen.

Mehrheitlich sind positive Eindrücke geblieben

Geld, das für die Weiterreise gebraucht wird. Diese wird voraussichtlich Ende März erfolgen. Am 13. März lassen die beiden zunächst in einem Vortrag Interessierte an ihren bisherigen Erfahrungen teilhaben (siehe Hinweis). Diese fallen überwiegend positiv aus. Die einzige Ausnahme war, dass ihnen in der Mongolei die Trittleiter gestohlen wurde, dank der sie in ihren Saurer einsteigen können. «Das passierte am drittletzten Tag und war etwas schade. Den tollen Gesamteindruck des Landes konnte das aber nicht trüben», sagt Patrick Hegglin. Abgesehen davon schildern die beiden denkwürdige Begegnungen. Beispielsweise mit Hirten in Griechenland, mit denen sich die beiden Zuger mit Händen und Füssen unterhielten, was spassig gewesen sei und auch gut geklappt habe. Auch das Meistern von Herausforderungen ist ihnen in Erinnerungen geblieben. Zum Beispiel das Auftauen von Diesel in der bitterkalten mongolischen Steppe mithilfe eines Bunsenbrenners. Oder das Finden eines Parkplatzes in Istanbul für ihr Riesengefährt mit 3,8 Metern Höhe, 2,30 Metern Breite und 8,5 Metern Länge (die Suche nahm fünf Stunden in Anspruch).

Die Dimensionen des Saurer haben sich aber auch als Vorteil erwiesen. Beispielsweise wenn es darum geht, nicht die ganze Zeit hautnah aufeinanderzusitzen. Die Beziehung habe während der acht Monate jedenfalls nicht gelitten. «Dazu muss man sagen, dass wir schon seit achteinhalb Jahren zusammen sind und schon vieles erlebt haben. Wie es allerdings in einem VW-Bus aussehen würde, will ich mir nicht vorstellen», sagt Rebecca Strickler lachend. Schwierig sei vielmehr die aktuelle, drei Wochen anhaltende Trennung. Nicht, dass es kriseln würde: Wegen der Zeitverschiebung – aktuell sind es fünf Stunden – sind die Kontaktmöglichkeiten eingeschränkt.

Nach ihrem Wiedersehen werden sie und Patrick Hegglin sich in der Schweiz um Visa für ihre Weiterreise kümmern. Als Nächstes stehen Tadschikistan und Usbekistan auf dem Plan. Ob es, womit sie zunächst liebäugelten, bis nach Australien reichen wird, weiss das Paar derzeit nicht. Klar ist indes, dass die Reise deutlich länger als das eine Jahr dauern wird, das die beiden als Mindestzeit ausgegeben haben.

Der Vortrag vom 13. März findet ab 19.30 Uhr im Burgbachsaal in Zug statt. Es gibt eine Kollekte.