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Ein Pilotprojekt gegen Food Waste

In Zug machen erstmals auch Migros und Coop bei der App «Too good to go» mit, welche Lebens­mittelabfälle reduzieren soll. Läuft es gut, wollen die Grossverteiler das Angebot schweizweit ausbauen.
Christopher Gilb
Bevor's im Müll landet, sollen übrig gebliebene Nahrungsmittel günstig abgegeben werden. (Bild: Dominik Wunderli)

Bevor's im Müll landet, sollen übrig gebliebene Nahrungsmittel günstig abgegeben werden. (Bild: Dominik Wunderli)

80 000 Mahlzeiten konnten gemäss Betreiber bereits durch den Einsatz der Applikation «Too good to go» vor dem Abfallsack gerettet und so 160 000 Kilogramm CO2 eingespart werden. Dies entspreche circa der Menge, die 34 ununterbrochen fahrende Autos ein Jahr lang ausstossen würden. In der Schweiz gibt es die App seit Mitte 2016. Sie wurde bereits 100 000-mal heruntergeladen. Betriebe können so Essen veräussern, das sie wegwerfen würden, etwa weil sie es während der Öffnungszeiten nicht verkaufen konnten und es am nächsten Tag nicht mehr gut wäre.
Voraussetzung ist, dass es nur rund ein Drittel des eigentlichen Preises kosten darf. In der App wird dann angezeigt, wie viele solcher Angebote es pro Tag bei den beteiligten Läden und Restaurants in der Umgebung gibt. Man kauft eins und darf sich dafür während eines gewissen Zeitraums dort Essen abholen. Meist sind es Überraschungsboxen, da für die Geschäfte nicht vorhersehbar ist, was genau übrig bleibt.

Neu in Migros Metalli und Karma im Bahnhof

In Zug macht beispielsweise
«Dean & David» mit, wo es jeweils in der letzten Stunde vor Ladenschluss um 16 Uhr etwas gibt. Auch die Bäckerei Hug ist dabei oder die Negishi Sushi Bar, wo es Sushi für 12 statt 30 Franken gibt. Erstmals beteiligten sich nun in einem Pilotprojekt auch die beiden Grossverteiler Migros und Coop. Migros testet in drei Supermärkten, darunter die Migros im Metalli in Zug und zwei weitere im Kanton Luzern. Bei Coop sind es die Filialen der Vegi-Kette Karma im Bahnhof Zug und im Zürcher Letzipark. «Seit Juni waren wir dran, dieses Pilotprojekt auf die Beine zu stellen, und freuen uns nun, dass es gestartet ist», sagt André Kälin, Marketing­manager Schweiz von «Too good to go». Kälin, der Zuger ist, hat in der Facebook-Gruppe «Zuger helfen Zugern» über das neue Angebot im Karma und Migros Metalli informiert und bittet die User, es auszuprobieren, um dem Pilotprojekt zum Erfolg zu verhelfen. «Wenn’s gut läuft, könnte es auch in diversen weiteren Migros- und Coop-Filialen zum Einsatz kommen», so Kälin. «Ziel ist es, schweizweit mehr Essen zu retten.» Das Projekt, das vorletzten Montag gestartet ist, scheint bisher gut anzukommen. «Das Angebot erfreut sich einer grossen Nachfrage, an den meisten Tagen wurden alle Tüten verkauft. In der Migros Metalli Zug waren dies durchschnittlich fünf pro Tag», informiert Migros Luzern auf Nachfrage. Zufrieden mit dem Start ist auch Coop: «Die ersten Erfahrungen sind positiv. Bisher konnte ein Grossteil der Taschen verkauft werden.»

Ab 2019 auch in weiteren Filialen

Doch was genau beinhalten solche Taschen in Supermärkten überhaupt? Die Überraschungstaschen im Karma würden im Normalfall frische Convenience-Produkte wie Sandwiches, Salat-Bowles oder Smoothies enthalten. «Eine Tasche kostet 5 Franken bei einem Warenwert von mindestens 15 Franken», so Coop. Einen ähnlichen Inhalt
haben die Taschen bei der Migros. «Mehrheitlich Convenience-Produkte, zum Beispiel Salate oder Sandwiches, aber auch Backwaren, Milchprodukte und andere Lebensmittel. Die Tüten werden für 4.90 Franken verkauft.» Bei der Migros Luzern ist bereits jetzt angedacht, die Zusammenarbeit ab 2019 auf weitere Filialen und Sortimente auszudehnen. Etwas verhaltener äussert man sich bei Coop. Der Pilot werde sicher noch eine Zeit lang laufen. Für weitere Aussagen sei es noch zu früh.

Bei der App handle es sich um ein sympathisches Modell und einen spannenden Ansatz, der noch mehr helfen könne, Food Waste zu vermeiden, so Coop. Bei der Migros Luzern sieht man die App als Chance, Lebensmittel vergünstigt weiterzugeben, für die trotz bestehender Massnahmen keine anderweitige Verwendung mehr möglich sei. Und noch ein weiterer Händler ist dabei. Wie Kälin verlauten lässt, läuft in Zürich nun ein Pilot mit Manor an.

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