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Ein Reglement für die Zukunft der Stadt Zug

Redaktorin Zoe Gwerder über die Notwendigkeit des Hochhausreglements für die Stadt Zug.
Zoe Gwerder
Die Zonen des Hochhausreglements. Blau: bis 50 Meter; Orange: bis 60 Meter; Grün: 60 Meter/punktuell 80 Meter. (Bild: PD)

Die Zonen des Hochhausreglements. Blau: bis 50 Meter; Orange: bis 60 Meter; Grün: 60 Meter/punktuell 80 Meter. (Bild: PD)

Auf dem Gemeindegebiet der Stadt Zug gibt es schon heute über 50 Hochhäuser. Die meisten von ihnen sind weniger als 35 Meter hoch. Abgesehen von den neusten Bauten – Uptown (63 Meter), Parktower (81 Meter), Obstverband (50 Meter) und jenem an der Baarerstrasse 125 (56 Meter) – sind die bisherigen Hochhäuser im Maximum 45 Meter hoch und stammen hauptsächlich aus den 1960er- und 1970er-Jahren.

Mit der vermehrten verdichteten Bauweise, die der Stadt wohl bevorsteht, wird auch das Thema Hochhaus dringend. Seit rund 15 Jahren laufen die Vorarbeiten für das Hochhaus­reglement. Es wurden mehrere Studien gemacht, woraus das derzeit angewendete Hochhausleitbild entstand. Dieses ist jedoch nur behördenverbindlich. Das Reglement wäre auch eigentümerverbindlich. Zudem limitiert das bestehende Leitbild die Höhe der möglichen Bauten nicht in allen Zonen.

Das vorliegende Reglement sieht vor, die Stadt Zug, hauptsächlich rechts und links des Bahngleises in Richtung Zürich, aber auch im Gebiet Choller, in verschiedene Hochhauszonen einzuteilen. Ausserhalb dieser Zonen dürften nur noch Gebäude mit maximal 30 Metern Höhe gebaut werden. Die Gegenden, in denen höher als 30 Meter gebaut werden darf, befinden sich im Verdichtungsgebiet des kantonalen Richtplans und sind in drei Zonen aufgeteilt: In der dritten Zone darf höchstens bis auf 50 Meter Höhe gebaut werden. In der Zone zwei ist die Höhe auf 60 Meter beschränkt, und in der ersten Zone gelten grundsätzlich auch 60 Meter als Beschränkung, allerdings kann dort ausnahmsweise bis zu 80 Meter hoch gebaut werden. Voraussetzungen dafür sind, dass das Projekt eine «besonders gute städtebauliche Lösung» aufweist und einen «Mehrwert für die Öffentlichkeit» bringt – beispielsweise zusätzliche Verkehrs- oder Grünfläche. Diese Zone verläuft hauptsächlich entlang der Baarerstrasse und liegt im Bereich des L & G-Areals.

Um in den Zonen Hochhäuser zu bauen, braucht es aber nach wie vor einen Bebauungsplan. Dieser bietet die Möglichkeit, das Referendum gegen das Projekt zu ergreifen. Die maximalen Gebäudehöhen sind für die Bebauungspläne verbindlich. Im Allge­meinen müssen die Gebäude «attraktiven Wohn- und Arbeitsraum» bieten, und die Hochhäuser müssen sich auf Strassenniveau zum Stadtraum hin öffnen. Gebäude ausserhalb der Zone dürfen «an mittleren Wintertagen» nicht länger als drei Stunden im Schatten eines Hochhauses stehen. Die im kantonalen Richtplan festgelegte Ausnützungsziffer von 3,5 bleibt unantastbar. Je höher und grösser also gebaut wird, desto mehr Freifläche braucht es rundherum.

Dass es ein Reglement benötigt, dessen war man sich im Grossen Gemeinderat eigentlich einig. Aus Sicht der Gegner ist das vorliegende Hochhausreglement aber zu wenig griffig – sie nennen es «weichgespült». Hintergrund sind Anpassungen zwischen der ersten und der zweiten Lesung. So wurden die Zonen, in denen 80-Meter-Türme gebaut werden dürfen, nach Einwendungen der Gemeinde Baar und des Zuger Heimatschutzes, auf drei Punkte innerhalb der Zone eins beschränkt: links und rechts des Gubellochs sowie bei der ehemaligen Kistenfabrik. Zusätzlich war ein sogenannter Footprint definiert worden, der den Umfang des Turms oberhalb von 30 Metern Höhe auf 600 Quadratmeter einschränkt. Beide Punkte wurden vom Parlament abgelehnt.

Die Gegner der Vorlage befürchten, dass dies den Investoren zu viel Handlungsspielraum gibt und Gebäude wie das Uptown – eine Scheibe in der Landschaft – entstehen könnten. Weiter wird von den Gegnern argumentiert, dass Investoren, die das Geld für ein Hochhaus in die Hand nehmen, 80 Meter bauen wollen und nicht mit 60 zufrieden sind – also die 60-Meter-Zone, in der ausnahmsweise auch 80 Meter hoch gebaut werden kann, zu einer 80-Meter-Zone wird.

Aus Sicht der Befürworter jedoch handelt es sich um ein Reglement, das dringend notwendig ist, um auf die künftige Entwicklung mit einer stärkeren Verdichtung zu reagieren – und klare Zonen zu definieren, in denen Hochhäuser gebaut werden dürfen. Die stark eingeschränkten 80-Meter-Zonen, die in zweiter Lesung bachab geschickt wurden, hätten gemäss Befürworter dazu geführt, dass dort 80-Meter-Hochhaus-Nester entstehen würden. Der Footprint wäre zudem eine zu starke Einschränkung für die Investoren und Architekten. Diese Kontrolle würde durch den zwingenden Projektwettbewerb und ein «qualifiziertes städtebauliches Variantenstudium oder ein städtebauliches Konkurrenzverfahren» ausreichend durchgeführt.

Die Redaktion der «Zuger Zeitung» empfiehlt, die Vorlage anzunehmen. Das Hochhausreglement ist wichtig, da es anders als das Hochhausleitbild eine klare Obergrenze für solche Hochbauten definiert und auch für die Eigentümer verbindlich ist. Zudem sind die Zonen klarer und enger definiert, als dies im Leitbild bisher der Fall ist. Auch sind die Hürden, um ein Hochhaus zu bauen, mit Bebauungsplan, Wettbewerb und Variantenstudium ausreichend hoch, um einen Wildwuchs von Hochhäusern in der Stadt Zug zu verhindern.

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

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