Serie

Schönste Spaziergänge im Kanton Zug: Ein Rundgang im Hangdorf

Während des Lockdowns hat unsere Autorin diesen Spaziergang vor ihrer Haustür kennen gelernt.

Rahel Hug
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Etwas versteckt hinter einer Holzbeige findet sich eines der schönen Bänkli auf der Strecke.

Etwas versteckt hinter einer Holzbeige findet sich eines der schönen Bänkli auf der Strecke.

Bild: Matthias Jurt (Walchwil, 12.August 2020)

Eines vorweg: Wer diesen Spaziergang unter die Füsse nimmt und keine grosse Sportskanone ist, der wird schnell einmal ins «Schnuufen» geraten. Und dies, obwohl sich die Route mitten durchs Siedlungsgebiet schlängelt. In einem Hangdorf wie Walchwil geht es kaum anders: Wer vor der Haustüre eine Runde zu Fuss drehen will, muss zwangsläufig mit einem Weg rechnen, der entweder steil hinauf oder hinunter führt.

So habe ich in der Zeit des Lockdowns, wo grosse Sprünge ja nicht angesagt waren, diesen Spaziergang an meinem Wohnort kennen- und lieben gelernt. Schnelle Spaziergängerinnen mit langem Atem brauchen vielleicht zirka 40 Minuten für den Weg, wer es gemütlich nimmt, etwa eine Stunde.

Spazieren auf dem Bahntrassee

Wir starten im Dorfzentrum, wo es für Bahn- und Baustellenfans derzeit allerhand zu beobachten gibt. Die SBB saniert bekanntlich die Bahnstrecke zwischen Zug und Arth-Goldau, kürzlich wurden in Walchwil die Schienen neu gelegt. Man munkelt, dass in Walchwil auch das Bahntrassee ein äusserst beliebtes Wegstück für Fussgänger war, als es zeitweise von sämtlichen Schienen befreit war. Es kommt ja schliesslich nicht alle Jahre vor, dass man auf einer Bahnstrecke, wo sonst die Züge vorbeiflitzen, flanieren kann. Doch das ist ein anderes Thema, und Baustellen sind ja eigentlich nicht dazu da, von Passanten begangen zu werden.

Unser Weg führt der Vorderbergstrasse entlang hoch, wo Beine und Lunge bereits gefordert werden angesichts der Höhenmeter, die man zurücklegt. Ist die Abzweigung in die Forchwaldstrasse erreicht, geht es weniger streng und beinahe flach weiter. Hier fahren die Autos langsamer, man trifft den einen oder anderen Bekannten für einen Schwatz an. Und die Aussicht auf See und Rigi ist – wie fast überall in Walchwil – wunderschön.

Picknicken, Spielen und in die Ferne blicken

Nach ein paar Kurven ist der Spielplatz Usseregg erreicht. Für Kinder perfekt, um sich auszutoben, und auch zum Bräteln oder Picknicken eine kleine Oase mitten im Dorf. Wer noch einen Abstecher in den Wald machen will, kann hier in den (ebenfalls ziemlich steilen) Vitaparcours einsteigen und eine Zusatzschlaufe drehen.

Weiter gehts über den Höhenweg Aesch zum Zentrum Elisabeth. Eine kurze Pause auf einem Bänkli, wo unter den Bäumen ein laues Lüftchen weht – der Blick schweift über das Dorf und die vielen Baukräne: Man sieht, wie Walchwil wächst und das Dorfbild sich verändert. Beim Zentrum Elisabeth ist der höchste Punkt unseres Spaziergangs erreicht. Jetzt werden die Knie beansprucht, denn es geht steil bergab. An der Hinterbergstrasse kehren wir ein im Restaurant Aesch, bekannt für seine Fischküche, und stärken uns für den letzten Teil dieses kleinen Dorfrundganges. Über den Aeschrain und den Tschachenweg geht es zurück ins Zentrum. Auf dem Tschachenweg, von dem rechter Hand ein schmaler Waldweg in Richtung Bahnhof abzweigt, findet man sich schnell mitten in der wilden Natur wieder, im Herbst lassen sich hier sogar Kastanien sammeln.

Dieser Spaziergang durch das Riviera-Dorf bietet von allem ein bisschen: Schöne alte Bauernhäuser und moderne Terrassenbauten, Natur, Aussicht auf See, Berge und Dorf, ein Kinderspielplatz, lauschige Bänkli sowie eine Einkehrmöglichkeit – und wer am Schluss noch in den Zugersee springen will: Vom Bahnhof Walchwil sind es nur rund fünf Minuten zu Fuss bis ans Wasser.

In dieser Serie stellen unsere Autoren ihren Lieblingsspazierweg im Kanton Zug vor.

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