Leserbrief

Ein Schelm, wer Böses denkt

«Die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen ist nötig», Ausgabe vom 11. März

Robert Schelbert, Zug
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Gar Erstaunliches geht vor im Kanton Zug. Mag sein, dass ich etwas übertreibe, doch das ist weder übel noch hart. Einmal mehr ist Sesselrücken angesagt. Ganz früher war der Sessel, auf dem er sass, aus Holz, wie das in der Schule so Brauch war. Doch die Sessel wurden zunehmend weicher. Der Sitz im Verwaltungsrat einer Bank wär was, schliesslich ist man Lehrer und kann rechnen. Auch die Pro Senectute rief und er nahm auch auf diesem Stuhl Platz, denn hier war er von seinen Wählern umgeben.

Und dann rief der Gebäudeversicherer und auch da nahm er gerne auf dem Stuhl Platz. Schliesslich war der Vorgänger auch ein Parteigänger. Wie man weiss, ist komischerweise sein Nachfolger auch wieder ein CVPler. Nun, was mich am meisten erstaunt, ist die Tatsache, dass er von allem etwas versteht. Sei es Schule, Bankwesen, Umgang mit älteren Leuten, Versichern von Häusern und Leiten der Feuerwehr. Und nun ist man auf den nächsten Sitz gefallen. Ab sofort versucht man es mit Homöopathie, obwohl man in einem Interview auf die zweite Frage des Reporters «ob man schon Erfahrung mit der Homöopathie habe» mit Nein geantwortet hat. Was mich weiter erstaunt ist die Tatsache, dass dem leider allzu früh verstorbenen Pirmin Frei, der auch in der CVP war, wieder jemand nachrückt, der der Partei mit dem C nahesteht. Ein Schelm, wer Böses denkt!

Seis drum: Hauptsache man ist jetzt aus dem Schussfeld des für die Gebäudeversicherung administrativ zuständigen Regierungsrats, der einem nicht mehr die Spesenabrechnungen kontrollieren kann, wenn man über die Stränge gehauen hat und die Bewilligung der Jahresrechnung vom Kantonsrat auf Grund gewisser Unstimmigkeiten verweigert wurde.

Jetzt strahlt er als Oberhomöopath in die Kameras. Ich hoffe, dass die Spesen der Höheren Fachschule zukünftig in homöopathischen Dosen abgegeben werden.

In meiner 25-jährigen Funktion als Privat- und Direktionschauffeur einer Firma, die in jeder Beziehung grösser war als Schule, Raiffeisen, Pro Senectute, Gebäudeversicherer und Homöopathischer Krimskrams zusammen, haben meine Spesenabrechnungen immer gestimmt und mein Chef musste mir nie auf die Finger klopfen und das in über 25 Jahren.

Robert Schelbert, Zug