Leserbrief

Ein sinnloses Tötungsritual

Zur Gansabhauet in Sursee am 11. November

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Durch die Medien erfahren wir von erbarmungslosen Kriegen, grausamen Gewalttaten, unkontrollierbarem Terrorismus sowie brutalen Einzelschicksalen. Wir sind mit einer schwierigen Zeit konfrontiert. So hat mich der Artikel in der «Luzerner Zeitung» vom 12. November betroffen gemacht, da einer Tradition Aufmerksamkeit geschenkt wurde, die meines Erachtens nicht mehr zeitgemäss ist. Gewalt wird dort mit Jubel und Gratulationen goutiert, obschon die Menschen Gewalt grundsätzlich verabscheuen. Das unterstreicht die Dekadenz. Mir ist klar, dass die Gänse vorgängig getötet wurden, doch das Schauspiel (gesehen auch von vielen Kindern, die diese hässliche Darstellung verinnerlichen) stellt ein sinnloses Tötungsritual dar. Der Philosoph Pythagoras schrieb: «Alles, was der Mensch den Tieren antut, komme auf den Menschen wieder zurück.» Der heilige St. Martin war heilig, weil er die Kraft unter anderem von Mitgefühl, Güte und Barmherzigkeit hatte. Wir sollten uns von gewaltverherrlichenden Traditionen lösen und diese in freud- und sinnvolles Zusammensein einsetzen, das den Kindern eine intelligente Perspektive gibt. Im Lauf der Jahrhunderte haben wir einige Traditionen verabschiedet (Sklaverei, Stumpenrauchen in Beizen, etc.) und heute haben wir Frieden damit gefunden. Ein Wandel ist immer möglich.

Priska Fischer, Unterägeri