Ein Stück Wald in Unterägeri soll ersetzt werden

Für eine Parzelle gleich neben der Klinik Adelheid wurde ein Rodungsgesuch gestellt. Zudem soll eine Umzonung stattfinden. Schuld daran ist unter anderem ein alter Weg.

Carmen Rogenmoser
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Das Waldstück links der Klinik soll gerodet werden. Ersetzt wird der Wald durch eine Ergänzung des Gebiets angrenzend an die bisherige Landwirtschaftsfläche oberhalb der Gebäude.

Das Waldstück links der Klinik soll gerodet werden. Ersetzt wird der Wald durch eine Ergänzung des Gebiets angrenzend an die bisherige Landwirtschaftsfläche oberhalb der Gebäude.

Bild: Maria Schmid (Unterägeri, 18. August 2020)

Die Klinik Adelheid in Unterägeri liegt mitten in der Natur, eingebettet in Wiesen und viel Wald. Ein kleiner Teil des Waldes direkt beim Klinikgelände soll nun gerodet werden. Das wird aus der «Zonenplanänderung Sanatorium», die bei der Gemeindeverwaltung in Unterägeri öffentlich aufgelegen ist, ersichtlich. In den Unterlagen steht geschrieben, dass ein flächengleicher Abtausch von Wald in die Zone für öffentliches Interesse für Erholung und Freihaltung (ÖIF) angestrebt wird. Gleichzeitig mit dieser Zonenplanänderung liegt auch das Rodungsgesuch auf.

Betroffen ist das Grundstück, das westlich an das Hauptgebäude der Klinik grenzt. «Das Begehren der Zonenänderung kommt in erster Linie aufgrund einer unrechtmässig erstellten Umgebung im Wald zu Stande», heisst es in den Unterlagen. Es handle sich beim betroffenen Waldstück um eine isolierte Bestockung (Baumbestand), die durch Bauten und Anlagen einschliesslich vorgängiger Rodung in Qualität und Quantität erheblich reduziert wurde. «Gegenwärtig erfüllt es lediglich die Funktion einer parkähnlichen Grünanlage.» Deshalb soll das gesamte Waldstück gerodet und einer neuen Zone zugeordnet werden. Die Gesuchstellerin, die Gemeinnützige Gesellschaft Kanton Zug (GGZ) – ihr gehört das Grundstück –, wollte ursprünglich, dass die Fläche von insgesamt 1041 Quadratmetern neu der Landwirtschaftszone zugewiesen wird.

Eine Rampe steht im Weg

Die kantonale Vorprüfung ergab aber, dass eine Umzonung zur Landwirtschaftszone nicht möglich ist. Ein Grund sei die bestehende Rampe, die durch das Grundstück führt. Dieser rund ein Meter breite Weg führt von der Zufahrtsstrasse bis zum Altbau der Klinik und wurde in den Anfangsjahren der Institution gebaut. Ein solcher ist aber weder in der Wald- noch in der Landwirtschaftszone konform. «Die aktuelle Problemstellung wird lediglich verlagert», heisst es dazu. Der Zonenplanänderung könne aber zugestimmt werden, wenn die betroffene Fläche in eine Zone des öffentlichen Interesses für Erholung und Freihaltung zugewiesen wird. Auch diese Zone zählt zu den Nichtbauzonen. Gerodet werden darf die Fläche aber nur, wenn es einen Ersatz dafür gibt.

Das kantonale Amt für Wald und Wild beurteilt die Rodung als bewilligungsfähig. Die Minderung der Waldqualität und damit auch die Funktionserfüllung erfolgten laut den Ausführungen des Amtes rechtmässig und sukzessiv. Dies, ohne dass der Vorgang von den Bewilligungsbehörden gesamtheitlich betrachtet wurde. Das Waldstück sei in den letzten 20 Jahren mehrere Male verkleinert worden. «Die Rodung steht demnach dem öffentlichen Interesse an der Walderhaltung nicht entgegen», lautet das Urteil.

Oberhalb der Klinik wird aufgeforstet

Ein Ersatz wurde ebenfalls bereits definiert. So soll ein Grundstück, das bisher zur Landwirtschaftszone gehört, in Wald umgezont und anschliessend aufgeforstet werden. Es befindet sich oberhalb der Klinikgebäude angrenzend an den bestehenden Wald. «Die Aufforstung bringt für den Wald eine Entlastung und kann als waldökologische Aufwertung betrachtet werden», ist im Rodungsgesuch zu lesen. Auch dieses Grundstück ist in Besitz der GGZ.

Eine Nachfrage bei der Klinik Adelheid zeigt, dass es beim Vorgehen in erster Linie um ebendiese Bereinigung geht. «Die Klinik Adelheid plant zurzeit kein Projekt zur Nutzung dieser Fläche», sagt Nicolaus Fontana, Direktor der Klinik, auf Nachfrage. Der Anlass sei eine Zusammenlegung der Waldzone mit der bereits bestehenden Waldzone im Nordosten der Klinik. «Die kantonale Behörde empfiehlt dies, da die zu transferierende Fläche de facto kein Wald ist und als isolierte Fläche auch keine sinnvolle Waldzone sein kann», ergänzt er.