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Ein Symbol des Kalten Krieges soll in Zug ausgestellt werden

Die nächste Sonderausstellung im Museum Burg Zug handelt von der Schweiz im Kalten Krieg. Dafür hat man sich eine Aktion einfallen lassen. Damit sie umgesetzt werden kann, bittet man die Bevölkerung um Unterstützung.
Andreas Faessler
Eine Bloodhound 2009 auf dem Gubel. (Bild: Silvan Meier (Menzingen 3. Oktober 2009))

Eine Bloodhound 2009 auf dem Gubel. (Bild: Silvan Meier (Menzingen 3. Oktober 2009))

Die Vorbereitungen im Museum Burg Zug für die nächste Sonderausstellung sind bereits im Gange. Ab 19. Juni dreht sich für rund sieben Monate alles um den Kalten Krieg und dessen Auswirkungen auf unser Land. Heuer jährt sich das Ende dieses fast vier Jahrzehnte dauernden Konflikts zwischen West und Ost zum 30. Mal. Die symbolträchtigsten Vorgänge in diesem Kontext waren anno 1989 der Berliner Mauerfall und 1991 der Zerfall der Sowjetunion. Die krisengeladene Zeit zuvor war allerdings auch an der neutralen Schweiz nicht spurlos vorbeigegangen. Angesichts der bedrohlichen Lage investierte die Alpenrepublik in die Lenkwaffe Typ «Bloodhound», welche einsatzbereit an unterschiedlichen Orten im Land aufgestellt waren. Eine dieser Lenkwaffenstellungen befand sich auf dem Gubel. Als sich zu Beginn der 1980er-Jahre erneut eine atomare Aufrüstung in Europa abzeichnete und die Lage sich folglich zu verschärfen drohte, gedieh jedoch eine neue, starke Friedensbewegung, und in ganz Europa nahmen die Demonstrationen gegen Krieg und Unruhe zu.

Diesen letzten Abschnitt des Kalten Krieges und wie er sich in der Schweiz abzeichnete, will das Museum Burg Zug besonders anschaulich präsentieren – und hat deshalb Grosses vor: Als Teil der Ausstellung soll im Burghof eine der noch immer vorhandenen, stillgelegten Bloodhounds vom Gubel platziert werden. Um die Gegenbewegung zu verbildlichen, sollen rund um die Lenkwaffe Transparente aufgestellt werden, die eine Friedensdemonstration nachzeichnen. Der Kalte Krieg erhält so ein Gesicht in Form einer symbolstarken Installation. Das Museum arbeitet mit der Militärhistorischen Stiftung des Kantons Zug zusammen, welcher das Projekt vorgestellt worden ist. «Die Stiftung unterstützt uns mit Manpower wie auch finanziell», sagt Museumsdirektor Marco Sigg. «Die Ausleihe der Bloodhound läuft jedoch über die Zentralstelle Historisches Armeematerial in Bern, denn das Gelände auf dem Gubel und die dortigen Lenkwaffen gehören immer noch dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport», führt Sigg aus.

Kleinere Variante als Alternative

Selbstredend, kann so eine voluminöse Bloodhound-Lenkwaffe nicht mal schnell mit einer Schubkarre herangeschafft werden – der Transport ist mit grossem logistischem Aufwand verbunden. Den ursprünglichen Plan, eine Bloodhound gar mitsamt dazugehöriger Lafette (Fahrgestell) aufzubauen, hat man wieder verworfen. Marco Sigg: «Da der Werfer allein sehr viel schwerer als die Lenkwaffe ist und es eine zusätzliche Verankerung im Boden gebraucht hätte, wäre diese Aktion mehr als doppelt so teuer geworden, wie die kleine Variante, die wir jetzt umsetzen wollen.» Diese sieht vor, die Lenkwaffe auf einem Gestell zu präsentieren, so, wie sie in den Magazinen gelagert sind.

Nun wendet sich das Museum Burg Zug an die Bevölkerung und bittet sie um Hilfe. Um die Kosten für die Herstellung der Transparente, den Transport, Auf-/Abbau sowie die Miete der Lenkwaffe und die Versicherung zu decken, sollen 11 000 Franken aufgetrieben werden. Das Museum hat nun ein offizielles Crowdfunding gestartet. Bis Mittwoch, 29. Mai, kann jeder, der das einzigartige Vorhaben unterstützen möchte, einen beliebigen Geldbeitrag spenden. Das Projekt ist aufgeschaltet unter www.wemakeit.com.

Eine Signalwirkung

Die Geldgeber können wählen, ob sie ihre Unterstützung ohne Gegenleistung zusichern oder mit. Im Falle des letzteren hält das Museum Burg Zug Prämien wie eine exklusive Preview-Führung bereit oder unterschiedliche Angebote zu den Rahmenveranstaltungen. Sollte der Plan mit der Bloodhound im Burghof nicht zustande kommen – «was wir aber sehr schade fänden», so Marco Sigg –, so würde die Ausstellung inhaltlich trotzdem funktionieren. «Die Lenkwaffe im Burghof aber wäre das i-Tüpfelchen auf die Ausstellung. Mit ihr hätten wir bereits eine Signalwirkung im Hof und ein tolles Objekt, das den Besucherinnen und Besuchern die Stimmung des Kalten Krieges sehr unmittelbar und eindrücklich nahebringt.»

Hinweis: www.wemakeit.com/projects/die-bloodhound-vom-gubel

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