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In Baar taucht man dank eines Tischchens ins Totenreich ein

Zwei Zuger und ein bekanntes Schweizer Medium luden am 27. März in die Baarer Waldmannhalle zum sogenannten Tischlirücken. Eine Reportage über Geisterbeschwörung, Zukunftsprognosen und kalte Füsse.
Laura Sibold
Die drei Medien Christoph Bürer, Jens Bartöck und Petra Müller (von links) stellten in einem Raum in der Waldmannhalle über ein Holztischchen eine Verbindung zu den Verstorbenen her. (Bild: Christian H. Hildebrand, Baar, 27. März 2019)

Die drei Medien Christoph Bürer, Jens Bartöck und Petra Müller (von links) stellten in einem Raum in der Waldmannhalle über ein Holztischchen eine Verbindung zu den Verstorbenen her. (Bild: Christian H. Hildebrand, Baar, 27. März 2019)

Mit Verstorbenen kommunizieren können – das versprechen Petra Müller und Jens Bartöck mit ihrer Praxis Pura-Vita. Die Zuger bieten in der Chollermüli mediale Sitzungen an, in denen sie sich mit der geistigen Welt verbinden und den Kunden Antworten für ihr Leben liefern. Müller und Bartöck geben zudem Vorträge über die geistige Welt und veranstalten Erlebnisabende zu Themen wie Planetenstellen, Jenseitskontakte oder Tischlirücken.

Der Glaube, dass man mit Verstorbenen Kontakt aufnehmen kann, ist Teil vieler Religionen und wohl so alt wie die menschliche Kultur (siehe Kasten). Beim Tischlirücken verbindet sich ein Medium via Tisch mit dem Jenseits, woraufhin die Teilnehmer Fragen an Verstorbene richten können. Pura-Vita entführt die Teilnehmer für 30 Franken zwei Stunden in die geistige Welt. Sagt dabei ein verstorbener Grossvater das Schicksal voraus? Oder treten Mahatma Gandhi und Nelson Mandela mit den Anwesenden in Verbindung?

Für einmal ein runder Tisch der anderen Art

Ausgerüstet mit diesen Fragen und einer mal grösseren, mal kleineren Portion Skepsis trifft man sich in der Baarer Waldmannhalle. Im Kreis von neun Teilnehmern – darunter acht Frauen – mit klopfendem Herzen und kalten Füssen. Kalte Füsse hätten auch zwei Teilnehmer gehabt, die sich in letzter Sekunde abgemeldet haben, teilt Christoph Bürer, bekanntes Schweizer Medium, den Anwesenden mit. Bürer führt mit Petra Müller und Jens Bartöck durch den Abend. Angst haben müsse keiner, relativieren die Drei zu Beginn, böse Geister seien nicht zugelassen. «Es geht darum, den Menschen über den Verstand hinaus eine andere Welt zugänglich zu machen. Es ist ein Experiment», erklärt Müller. Es gebe neben der physischen Welt noch eine geistige Dimension, eine feinstoffliche Welt der Verstorbenen. Die feinstoffliche Energie der Toten könne sich verdichten und durch ein Medium über Materie anderen gezeigt werden, ergänzt Jens Bartöck und deutet auf das Holztischchen mit drei Füssen, das mitten im Raum steht.

Müller, Bartöck und Bürer legen die Hände leicht auf das Tischchen, sprechen ein kurzes Gebet und rufen die Verstorbenen. Langsam beginnt das Tischchen zu schwanken, bewegt sich hin und her. Die drei Medien erheben sich von ihren Stühlen und bewegen das Holzmöbel durch den Raum. Doch es seien gar nicht sie, die das Tischchen bewegen es werde nun von den Verstorbenen gesteuert, die mit den Anwesenden kommunizieren wollen, erklärt Bürer. Der Tisch dreht sich im Kreis, verharrt schliesslich vor einer Teilnehmerin, die ihre leicht zitternden Hände auf die Holzplatte legt. Ob sie eine Ahnung habe, welcher Verstorbene da sei, wird die 40-Jährige gefragt. Ja, lautet die Antwort, sie denke, es sei ihr verstorbener Mann. Das Tischchen quittiert dies, indem es sich einmal langsam neigt. Das bedeute Ja, erklärt Bürer, hätte sich der Tisch zweimal auf und ab bewegt, wäre es ein Nein. Leise formuliert die Teilnehmerin eine Frage an ihren Mann. Nach kurzer Zeit neigt sich das Holztischchen zweimal – ein Nein. Erleichtert bedankt sich die Frau, woraufhin das Tischchen in kreisenden Bewegungen zur nächsten Teilnehmerin pendelt.

Viele Emotionen und Energie im Raum

Im Raum ist es still, lediglich die leisen Fragen der Anwesenden sind zu hören, die sie nacheinander an die Toten richten. Sie spüre die Energie ihres verstorbenen Bruders und es tue ihr gut, sagt eine jüngere Frau mit Tränen in den Augen. Viele der Anwesenden haben einen nahestehenden Menschen verloren und wünschen sich, nochmals mit ihm kommunizieren zu können. Andere sind aus Neugier hier oder suchen für sich gewisse Antworten. Vielen gehen die rund fünf Minuten, die das Tischchen bei ihnen verharrt, sichtlich nahe. Der Jenseitskontakt helfe vielen und freue auch die Verstorbenen, versichert Jens Bartöck. «Wir sind aber keine Wahrsager. Und auch die Verstorbenen können keine pfannenfertigen Lösungen anbieten, nur Weisungsrichtungen.» Nachdem das Tischchen bei allen Teilnehmern war, führen es die drei Medien mit kreisenden Bewegungen zurück in die Mitte des Raumes. Mit einem erneuten Gebet verabschieden sie sich von den Verstorbenen und bedanken sich – bei den Anwesenden und den Geistern. Es lohne sich immer, im Alltag auf seine Intuition zu vertrauen, geben Müller und Bartöck den Teilnehmern noch mit auf den Heimweg. Auch sie seien als Krankenschwester und Informatiker erst vor wenigen Jahren aufgrund eines Todesfalles mit Medialität in Kontakt gekommen.

Nächster medialer Abend am 28. Mai, 19.30 Uhr, Waldmannhalle, Baar. Weitere Informationen unter: www.pura-vita.com.

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