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Ein Unternehmen zu führen, will gelernt sein

In den Räumlichkeiten der V-Zug AG fand während fünf Tagen die Wirtschaftswoche statt. Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Menzingen lernten dabei, wie sie mit ihren fiktiven Unternehmen auf dem Markt bestehen können.
Carina Blaser
Blick auf die fiktive Generalversammlung eines frisch gegründeten Unternehmens im Auditorium der V-Zug. (Bild: Maria Schmid, Zug, 12. April 2019)

Blick auf die fiktive Generalversammlung eines frisch gegründeten Unternehmens im Auditorium der V-Zug. (Bild: Maria Schmid, Zug, 12. April 2019)

Für einmal selbst ein Unternehmen leiten, im Team die nächsten Schritte diskutieren, um Erfolg für das kommende Geschäftsjahr zu haben, oder aber sein Produkt dem Kunden schmackhaft machen: Die jugendlichen Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Menzingen hatten am Freitagnachmittag, 12. April, bereits eine intensive Woche hinter sich, als sie ihre Geschäftszahlen an der Generalversammlung präsentieren mussten.

So blickt die Firma «Swissheat» innerhalb von fünf Geschäftsjahren auf stetig wachsende Gewinne zurück. Ihre transportable Mikrowelle preist das Unternehmen gerade mit eigenem Werbevideo an. Professionell legen die insgesamt vier Unternehmen ihren Geschäftsbericht ab. Dass es sich dabei um Jugendliche handelt und das Ganze nur Fiktion ist, rückt in den Hintergrund.

Jeder Wochentag entspricht einem Geschäftsjahr

Die Wirtschaftswoche (8. bis 12. April 2019), organisiert von der Ernst Schmidheiny Stiftung und der Zürcher Handelskammer, soll den Jugendlichen verdeutlichen, wie Wirtschaft funktioniert. Die fünf Wochentage entsprechen dabei ungefähr fünf Geschäftsjahren – so lange leiten die Jugendlichen ihr Unternehmen. Im ersten Teil erhalten sie die theoretischen Hintergründe, die Firmen werden gegründet und die Schüler entscheiden sich für ihr Produkt, welches sie auf den Markt bringen wollen. Die zwei Klassen der Kantonsschule Menzingen wurden dabei in schwierigen Fragen von zwei Fachlehrern unterstützt. «Es handelt sich um Experten aus der Praxis, welche für diese Aufgabe mit den Jugendlichen eine Ausbildung durchlaufen», erklärt David Karrer, Mitarbeiter Wirtschaftspolitik der Zürcher Handelskammer.

In der Wirtschaftswoche wird basierend auf einer Software ein Markt simuliert, in dem bis zu fünf Unternehmen miteinander konkurrieren können. Dabei hat jede der 37 Entscheidungen, welche die Jugendlichen treffen können, einen direkten Einfluss auf die Zahlen des Unternehmens. «Die grösste Schwierigkeit ist es, die Schüler für die Thematik begeistern zu können und ihnen die neue Denkweise zu lehren», so Christian Bühler, ehemaliger CFO der «European IT» der Zürich Versicherungen. Dies scheint jedoch gelungen zu sein, wie an diesem Freitagnachmittag im Auditorium der V-Zug AG bei den vier Präsentationen zu spüren ist. Die jungen Erwachsenen treten selbstbewusst auf und präsentierten ihre Zahlen. Fabio Flütsch, Schüler und CPO der fiktiven Firma «Swissheat» erzählt: «Die Woche hat grossen Spass gemacht. Ich habe realisiert, dass man nicht nur im Büro sitzt, wenn man ein Unternehmen leitet, sondern sehr viel nachdenken und im Team Entscheidungen treffen muss.» So müssten die Jugendlichen lernen, ihre Entscheidungen auf dem Grundsatz der sozialen, wirtschaftlichen und ökonomischen Nachhaltigkeit zu treffen, erklärt Daniel Weber, Fachlehrer und Businessanalyst Credit Suisse.

Grosser Lernerfolg am praktischen Beispiel

Die Leiter des fiktiven Unternehmens können wie in der Realität entscheiden, ob Mitarbeiter entlassen werden, Löhne erhöht oder gesenkt oder neue Maschinen angeschafft werden. Dabei müssten die Schüler in ihrer Entscheidungsfähigkeit und ihrem Verantwortungsbewusstsein geschult werden, ergänzt Weber. Ein Bericht am Ende der Woche zeigt auf, ob die Firma in der Fiktion gut gehandelt hat und wie es um ihre Stellung im Markt aussieht. Lernen am praktischen Beispiel und von Menschen mit Erfahrung: Dieses Hauptanliegen der Wirtschaftswoche scheint erfolgreich umgesetzt zu sein, wenn man die jungen Unternehmer an der Generalversammlung in Aktion treten sieht.

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