Ein Unterstand mit künstlerischer Note für den Daheim Park in Zug

30 Jahre Kunsthaus Zug an der Dorfstrasse: Zum Jubiläum sind zwei temporäre Kunstinstallationen geplant. Die Gesuche liegen auf.

Andreas Faessler
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So soll der Holzpavillon im Daheim Park aussehen.

So soll der Holzpavillon im Daheim Park aussehen.

Bildmontage: PD

Das Kunsthaus Zug gehört heute zu den namhaften Kulturinstitutionen der Schweiz. 1977 durch die Zuger Kunstgesellschaft in der Altstadthalle ins Leben gerufen, bezog das Kunsthaus im Jahre 1990 das historische Palais an der Dorfstrasse. 2020 wird folglich zu einem Jubiläumsjahr für das Kunsthaus Zug. Dieses steht für die Institution ganz im Zeichen der Entwicklung des vergangenen 30 Jahren seit dem Niederlass an der Dorfstrasse. Der Blick auf das Vergangene ist für die Stiftung gleichsam Inspiration für die Zukunft.

Anlässlich dieses 30-jährigen «Standortjubiläums» sind im Kunsthaus und seiner unmittelbaren Umgebung zwei temporäre Kunstinstallationen geplant: Im benachbarten Daheim Park direkt hinter der alten Stadtmauer soll für die Dauer von fünf Jahren eine bodenschonend montierte «Hütte» des deutschen Künstlers Thomas Schütte (*1954) aufgestellt werden, welche der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Das Objekt reiht sich in eine Serie bereits bestehender funktionaler zeitgenössischer Kunstwerke im öffentlichen Raum der Stadt Zug ein, die in den vergangenen Jahren im Kontext mit Ausstellungen und Projekten des Kunsthauses aufgestellt worden sind.

Ein Ort zum Verweilen

Mit Thomas Schütte aus Düsseldorf ist das Kunsthaus über einen gemeinsamen Bekannten in Kontakt getreten. «Der deutsche Künstler ist einer der namhaftesten Bildhauer der Gegenwart», führt Matthias Haldemann, Direktor Kunsthaus Zug, dazu aus. «Letztes Jahr hatte er eine grosse Einzelausstellung im Kunsthaus Bregenz, macht zunehmend auch Architekturen und sucht dafür geeignete Partner und Orte. Aufgrund der bereits bestehenden, vorhin erwähnten Kunstwerke in Zug sei Schütte nach Zug gekommen, um eine Arbeit zum 30-Jährigen vorzuschlagen. «So hatte er die Idee der ‹Hütte› im Daheim Park», sagt Haldemann. «In Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern und Architekten haben wir sie mit ihm nun konkretisiert.» Der offene Holzpavillon soll zum Verweilen einladen oder auch kleinen Anlässen dienen. Haldemann: «Üblicherweise durchqueren Hundebesitzer den Park, selten hält sich dort jemand länger auf, soweit ich das festgestellt habe.»

Nachbarn und Anwohner haben vom Kunsthaus ein Schreiben erhalten, welches über die geplante Installation informiert. Demnach wird die Schütte-«Hütte» am 6. Juni im Rahmen des Jubiläumsfestes eingeweiht werden. Im Beisein des Künstlers.

Leuchtende Installation auf der Umfassungsmauer

Ein zweites Objekt anlässlich des Jubiläumsjahres wird auf der Umfassungsmauer des Kunsthauses direkt an der Dorfstrasse installiert. Es handelt sich um zwei unterschiedliche lange Textzeilen aus Neonröhren-Buchstaben in Alugehäuse auf einer Metallkonstruktion montiert. Die Anlage ist dimmbar und kann via Zeitschaltuhr gesteuert werden. Die Installation stammt von der walisischen Künstlerin Bethan Huws, welche bereits wiederholt im Kunsthaus Zug ausgestellt hat. «Zum Jubiläum wollten wir die Mauer zur Dorfstrasse künstlerisch neu gestalten und ‹öffnen›, um unser historisches Haus als einladenden Ort für zeitgenössische Kunst sichtbar zu machen», sagt Matthias Haldemann hierzu. Mit Worten dazu einzuladen – diese Aufgabe hat die Künstlerin erhalten. Und sie hat es auf humorvolle Weise umgesetzt. Die Schriftzüge sollen gemäss Haldemann nicht nur Museumsbesucher ansprechen, sondern auch – und vor allem – Passanten im Alltag.

Für beide Installationen liegen derzeit noch bis und mit 4. März die Gesuche auf.