Ein Vater-Tochter-Duell im Handball mit Zuger Beteiligung

Im Cup-Achtelfinal trifft das Frauenteam des KTV Muotathal am Abend des 18. Oktober zu Hause auf den LK Zug II (20.30 Uhr). Im Zuger Team spielen drei Muotathalerinnen. Eine davon ist die Tochter des KTV-Trainers Manfred Heinzer.

Jolanda van de Graaf
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Celina Heinzer und ihr Vater duellieren sich am Donnerstagabend. (Bild: Jolanda van de Graaf)

Celina Heinzer und ihr Vater duellieren sich am Donnerstagabend. (Bild: Jolanda van de Graaf)

«Muss das sein?» Manfred Heinzers erste Reaktion auf das Cup-Los des KTV Muotathal war verständlich. Ausgerechnet im Team des Achtelfinalgegners aus Zug spielt seine Tochter Celia. Der Trainer des Muotathaler Frauenteams gibt unumwunden zu, dass er gegen jedes andere Team lieber angetreten wäre. «Diese Konstellation hoffte ich vermeiden zu können.»

Celia Heinzer hingegen nimmt das Cup-Los sportlich. «Ich habe zu diesem Auswärtsspiel näher als zu jedem Heimspiel», lacht sie. «Mit dem Velo bin ich in zwei Minuten in der Mehrzweckhalle.» Wer im Publikum sie und wer den Vater anfeuern werde, sei egal. «Ich finde es cool», freut sie sich. «Aber natürlich ist es mir gleichzeitig etwas unangenehm.» Zwei Mal pro Woche trainiert sie nämlich mit dem Frauenteam des KTV Muotathal.

Fahrgemeinschaft mit den Gwerders

Für die restlichen Trainings in Zug darf die erst 16-jährige KV-Lernende jeweils bei den Gwerders mitfahren. Yael und Alina Gwerder spielen ebenfalls im zweiten Team des LK Zug, bei dem Vater Damian Gwerder als Assistenztrainer agiert. Daneben trainiert Celia Heinzer unter Gwerder im Förderkader und spielt in den Nationalteams der U18 und U20. Bei Letzterem ist Damian Gwerder wiederum Nationaltrainer.

Auch für den Assistenztrainer des LK Zug II ist das Auswärtsspiel speziell. «Unsere ganze Familie freut sich riesig darauf, endlich mal wieder vor Heimkulisse spielen zu dürfen.»

Als Gast fühlt sich Damian Gwerder keineswegs. Nicht nur als langjähriger Handballtrainer, auch in seinem Beruf als Primarlehrer ist die Mehrzweckhalle Stumpenmatt sozusagen sein zweites Zuhause. «Wenige Stunden nach dem Cup-Spiel, am Freitagmorgen um 7.50 Uhr, werde ich hier mit meinen Primarschülern wieder die Turnstunde abhalten.»

Zug ist in der Favoritenrolle

An seinen Ambitionen mit dem LK Zug II lässt Damian Gwerder indessen keinen Zweifel. «Natürlich spielen wir auf Sieg. Die jungen Handballerinnen im Team erhalten hier eine tolle Chance, an dieser speziellen Ausgangslage zu wachsen.»

Der Cup hat stets seine eigenen Regeln. Darin sieht Muotathals Trainer Manfred Heinzer seine Chance. «Klar sind wir unterklassig», sieht er die Favoritenrolle realistischerweise bei den Zugerinnen, «aber es gibt kein Team im Frauenhandball, das ich besser kenne als den LK Zug II.»

Es ist durchaus ein Vorteil, dass er möglichst viele Spiele seiner Tochter besucht. Morgen Donnerstag wird er alles daransetzen, seine zahlreichen Zuger Matchbesuche in einen Muotathaler Sieg im Cup-Achtelfinal umzumünzen.