Leserbrief

Ein vergessener Skandal

Zur Affäre rund um den Zuger Chiffriergerätehersteller Crypto AG

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Anfang des Jahres waren lange Zeit alle Zeitungen voll wegen des Etikettenschwindels, Betrug und Täuschung der Firma Crypto AG in Steinhausen. Diese war fast von Anfang an im Besitz des US-Geheimdienstes und des deutschen Nachrichtendienstes BND. Viele fühlten sich betrogen und vor den Kopf gestossen. Der Aufschrei löste eine Suche nach Schuldigen aus.

Aber alle, die damals an diesem Deal mitgemacht hatten, wollten nichts mehr davon wissen. Sie haben es verstanden, die Spuren zu verwischen und jetzt zu schweigen. Klar sie wurden ja auch dafür bezahlt und geschmiert. Sie werden aber sehen, es tun sich Abgründe auf, die niemand in unserem Land vermutet.

Aber wir sollten nicht vergessen, wir als kleines, aber scheinbar neutrales Land wurden nach Strich und Faden betrogen und missbraucht. Von unserem Territorium aus wurden scheinbare Schweizerfabrikate zum Dechiffrieren in fast alle Länder verkauft. Sehr erfolgreich, weil alle annahmen, wir seien ja neutral.

Aber in diesen Geräten sind Hintertüren zum Ami-Geheimdienst eingebaut worden. Auch hatte die Schweizer Regierung damals zugelassen, dass von Wallis und anderen Orten aus alle Satelliteninformationen abgehört und ausspioniert werden. Das Volk wurde dazu nie gefragt. Aber auch Ihr Handy und der ganze E-Mail-Verkehr wird kontrolliert und ausspioniert.

Was würden Sie tun, wenn Sie einen Freund in Ihre Wohnung gelassen hätten, der ohne Ihr Wissen so etwas macht. Er schadet Ihrem Image und lacht Sie noch aus. Sie würden ihn, so wie die meisten Schweizer, zum Teufel jagen.

Wir Schweizer müssen, um glaubwürdig zu bleiben, reagieren und handeln. Diese meistens kriminellen Spione und Agenten der NSA und CIA aus dem Land jagen und die Botschaft schliessen. Sonst sind wir verkauft und abgewertet als die neutrale und bedeutungslose «Hure» der USA. Wollen wir das denn sein?

Sie werden sehen, der Untersuchungsausschuss wird nichts finden können. Der Berg gebiert ein Mäuslein.

Anton Styger, Oberägeri