Leserbrief
Ein würdiges Altern im Kanton Zug

«Kantonsräte fordern eine Strategie für die Altershilfe», Ausgabe vom 19.Mai

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Der Kanton Zug fühlt sich für die Lebensumstände seiner älteren Bevölkerung offenbar nicht mehr zuständig. Er kümmert sich im Bereich Alter nur noch um die Gesundheitsförderung und die Pflege. Alles andere hat der Kanton an die Gemeinden delegiert. Damit wurde die ganzheitliche Verantwortung für die Lebensgestaltung im Alter inhaltlich, geografisch und politisch zerrissen. Einzelne Personen, Aktionsgruppen, Gemeinden oder Parteien haben für diese komplexe Thematik nicht die nötigen Ressourcen, Wissensgrundlagen und Möglichkeiten.

Es geht nicht nur um die Gesundheit der älteren Menschen. Zu einem selbstverantwortlichen und würdigen Leben im Alter gehören auch geeignete Infrastrukturen, Bildung, finanzielle Absicherung, Möglichkeiten zur sinnvollen Alltagsgestaltung, Beziehungspflege und funktionierende Netzwerke.

Das Leben im Alter geht uns alle an. Die Gestaltung würdiger Lebensbedingungen für die älteren Mitmenschen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hier soll der Kanton Zug seine Verantwortung wahrnehmen. Es reicht nicht, Kampagnen wie «Alter hat Potenzial» durchzuführen und den Handlungsbedarf festzustellen. Es braucht Motivation, Ressourcen und konkrete Massnahmen. Eine ganzheitliche Altersstrategie benötigt kantonales Leadership.

Der Kantonale Seniorenverband (KSVZ) unterstützt deshalb das Postulat vom 12.Mai, eingereicht von Pirmin Andermatt, Guido Suter, Karen Umbach, Tabea Zimmermann und 29 Mitunterzeichnenden.

Jirina Copine, im Namen des KSVZ-Vorstandes, Rotkreuz