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Ein Zeichen setzen

Auch die Mitarbeiterinnen der «Zuger Zeitung» haben am Frauenstreik teilgenommen. Warum? Weil es viele gute Gründe dafür gebe, schreiben sie.
Die Mitarbeiterinnen der Zuger Zeitung
Der nationale Frauenstreik mobilisierte, auch in Zug gingen rund 500 Frauen und einige Männer auf die Strasse. (Bild: Zuger Stefan Kaiser, Zug, 14. Juni 2019)

Der nationale Frauenstreik mobilisierte, auch in Zug gingen rund 500 Frauen und einige Männer auf die Strasse. (Bild: Zuger Stefan Kaiser, Zug, 14. Juni 2019)

Die Organisatorinnen des Zuger Frauenstreiks haben ein buntes Programm auf die Beine gestellt: Am Freitag um 15.24 Uhr haben sie gemeinsam mit zahlreichen streikenden Frauen ihre Forderungen an die Regierung übergeben. Ab 18 Uhr folgte der Demonstrationszug vom Alpenquai zum Landsgemeindeplatz, wo die Teilnehmerinnen den Abend bei Speis und Trank, Poetry-Slam und Musik ausklingen lassen konnten. Auch sämtliche Mitarbeiterinnen der «Zuger Zeitung» haben am Streik teilgenommen. Um 15 Uhr haben wir die Zeitungsproduktion und das Sekretariat den Männern übergeben, die gestern in der Redaktion waren.

Warum streiken wir? Es gibt aus unserer Sicht viele gute Gründe dafür: Auch im Journalismus gibt es Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau, und kaum jemand getraut sich, offen über das Thema zu reden. Stellen werden nach wie vor nicht ausschliesslich aufgrund der Fähigkeiten und des Leistungsausweises vergeben. Es gibt in der Schweiz zu wenig weibliche Chefredaktorinnen. Die grossen Medienkonzerne sind auf Führungsebene fast ausschliesslich in Männerhand. Teilzeitangestellte haben weniger Chancen für einen beruflichen Aufstieg. Co-Leitungen sind selten. Bei einem Mutterschaftsurlaub gestaltet sich die Organisation der Stellvertretung oft kompliziert. Vor allem jüngere Journalistinnen werden von älteren Herren oft nicht ernst genommen. Chauvinistische Sprüche, gerade von Seiten der Politik, sind nicht selten. Und in den Printmedien werden mehr Männer abgebildet und als Experten befragt als Frauen. Es ist auch an uns Journalistinnen, das zu ändern.

In der Redaktion der «Zuger Zeitung» arbeiten viele Frauen: Mehr als die Hälfte ist weiblich. Wir sind ein starkes, gemischtes Team, Gleichberechtigung ist bei uns selbstverständlich. Damit dies auch in Zukunft so bleibt und sich die erwähnten Punkte ändern – in der Branche wie in der ganzen Arbeitswelt und Gesellschaft – haben wir gestern Nachmittag unsere Arbeit niedergelegt. Wir wollen ein Zeichen setzen. Mit unserer Teilnahme am Frauenstreik möchten wir zeigen, was wir Redaktorinnen, Sekretärinnen und Fotografinnen für diese Zeitung leisten. Wir wollen, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird, und wir fordern Respekt und Fairness.

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