Leserbrief

Einblick in die Arbeit im Zuger Kantonsspital: Aber wo sind die Fallzahlen?

«Grosseinsatz auf der Intensivstation», Ausgabe vom 24. April

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Wir können uns glücklich schätzen, ein effizientes Gesundheitssystem auch in Coronazeiten zu haben. Meinen Dank an alle, die im Gesundheitsbereich arbeiten. Im Artikel der «Zuger Zeitung» vom 24. April erhielten wir einen Einblick in den: «Grosseinsatz auf der Intensivstation».

Ist es nur mir so ergangen, dass ich im ganzen Artikel nach Fallzahlen Ausschau hielt? Fallzahlen der zu beatmenden Patienten, Zahlen zu Patienten auf Intensivstationen, Zahlen zu «Risikopatienten und zu den «Normalos», die im Spital behandelt werden müssen. Warum gibt es darüber keine Angaben? Diese Zahlen würden interessieren, auch Zahlen zu Menschen, die das Spital geheilt verlassen konnten. Erfolgserlebnisse!

Auf www.covid-data.ch habe ich die Fallzahlen für den Kanton Zug mir dann angeschaut. Dort sind aktuell (Stand 24. April) sechs Personen aufgeführt, die im Spital behandelt werden. Ob diese beatmet werden müssen, ist nicht ersichtlich, ebenso die Altersstruktur nicht.

Ich frage mich schon, weshalb die Medien den Coronahype weiterhin befeuern, anstatt die Bevölkerung mit klaren Angaben zu versorgen. Könnte es sein, dass der Hype doch gar nicht so arg daherkommt. Dann hätten das Spital und die Redaktion eine wichtige Gelegenheit verpasst, uns ehrlich zu informieren. Aber vielleicht würde dann ja der eine oder andere aus der Schockstarre erwachen. Es wäre an der Zeit.

Regula Wetter, Zug


Der Artikel «Grosseinsatz auf der Intensivstation» von Sonja Metzger in der Ausgabe vom 24. April erweckt den Eindruck, dass sowohl das Zuger Kantonsspital wie auch die Andreas-Klinik Cham Zug von einer riesigen Anzahl Covid-19-Patienten mit schwerstem Krankheitsverlauf überrollt wurden und dass nur dank Bereitstellung von hohen Extrakapazitäten diese so zahlreichen und gravierenden Fälle der Coronapandemie bewältigt werden.

Leider werden keinerlei Zahlen genannt. Weder die Anzahl der Patienten mit Covid, die insgesamt bisher eingeliefert wurden, noch die Anzahl Einlieferung pro Tag im Verlauf der Zeit (beispielsweise mit einer Grafik mit Zunahme, Peak, Abnahme).

Wichtig wäre auch ein zahlenmässiger Vergleich mit den im Rahmen der jährlichen Grippewellen eingelieferten Patienten. Auch Angaben zur Altersstruktur der aufgenommenen Covid-Patienten sowie zum Anteil derer mit vorbestehenden Erkrankungen fehlen.

So bleibt bei genauerem Hinsehen ein Artikel, der den grossen Aufwand beschreibt, mit dem sich die beiden Spitäler auf die erwartete hohe Zahl von Covid-Patienten vorbereitet haben. Wie hoch diese Zahl bisher aber effektiv war, bleibt unklar. Den grossen Aufwand zur materiellen wie personellen Um- beziehungsweise Aufrüstung der Spitäler möchte ich nicht bezweifeln.

Doch beschleicht mich bei diesem Artikel der Verdacht, dass hier die tatsächliche Lage im Kanton Zug bezüglich Covid-19 dramatisiert wird.

Dagmar Sutter, Oberägeri