Einbruch: So schützt man die Wohnung

Wer im Erdgeschoss oder in einem Einfamilienhaus wohnt, wird mit einer grösseren Wahrscheinlichkeit Opfer eines Einbruchs. Was dagegen getan werden kann.

Drucken
Teilen
Im Bild (gestellte Szene) hebelt ein Einbrecher eine Türe auf. (Bild: Keystone / Silas Stein)

Im Bild (gestellte Szene) hebelt ein Einbrecher eine Türe auf. (Bild: Keystone / Silas Stein)

Die Sorge um die Sicherheit steht bei Herr und Frau Schweizer nicht an oberster Stelle, wie die Sorgenbarometer der letzten Jahre zeigen. Nach einem Höhepunkt im Jahr 2012 gehen zudem die Einbrüche kontinuierlich zurück und lassen das Gefühl der Sicherheit steigen. Trotzdem: Wer in einem Einfamilienhaus oder in einer Parterrewohnung lebt, sorgt sich zu Recht um seine Sicherheit. Wer einmal ein Opfer eines Einbruchs geworden ist, kann ein Lied von der Hilflosigkeit singen, die einen nach so einem Vorfall befällt und die kaum noch wegzukriegen ist.

«Sicherheit lässt sich planen», sagt Daniel Blaser von der Blaser Einbruchschutz GmbH in Baar. «Und Fenster sind immer noch das grösste Risiko.» Bei der Planung sollten zudem nicht zu viele Öffnungen vor­gesehen werden, ergänzt er und doppelt nach:

«Jedes Fester im Parterre ist ein Risiko.»

Das «Fensterproblem» sei primär auf die «äusserst geringe Qualität» zurückzu­führen, erklärt Blaser. So seien die Fenster meist aus Fichtenholz, weil dieses einfach zu bearbeiten sei. Möbel und Türen seien hingegen in der Regel aus Hartholz. «Die Standardqualität der Fenster in der Schweiz ist eine Einladung für die Einbrecher. Da steckt der grosse Schwachpunkt.»

Einbrechern Aufwand bescheren

Meist würden Leute zu ihnen kommen, in deren unmittelbarer Nachbarschaft eingebrochen worden sei, führt Blaser aus. Sie seien sich wohl bewusst, dass sie die gleiche Fenster- und Türqualität besässen wie die Einbruchsopfer. Um die Sicherheit zu verbessern, müssten Sicherheitsfenster eingebaut werden oder Fenster, Balkontüren und Schiebetüren mit sogenannten Stangenverschlüssen versehen werden, die gegen oben und unten versperren. «Diese sind auch sicher gegen sogenannte Scheibenschläge oder das Anstechen von Scheiben», führt er weiter aus. Die Nachrüstung ist meist wirtschaftlicher als ein Ersatz. Das Ziel sei es, es einem Einbrecher möglichst schwer zu machen und ihm möglichst viel Aufwand zu bescheren.

Und was hält Blaser vom Einbau einer Alarmanlage? «In Kombination mit Sicherheitstüren und -fenstern ist eine Alarmanlage eine gute Ergänzung. Die Kombination Billigfenster und Alarmanlage ist hingegen ein Hochrisikosport.» Die Wirkung einer Alarmanlage sei schwer abzuschätzen, ergänzt Blaser. Matchentscheidend sei die Reaktion der Einbrecher. Denn es dauere einige Zeit, bis Sicherheitskräfte nach einem Alarm am Tatort eintreffen würden. «Und wichtig ist, dass die Alarmanlage das Leben der Bewohner nicht unnötig einschränkt.» So bestehe bei Bewegungsmeldern das Risiko, dass die Bewohner selber den Alarm auslösen würden. Moderne Alarmsysteme seien mit Drucksensoren ausgestattet und würden erst bei einer gewaltsamen Attacke Alarm schlagen.

Zuzug von Fachleuten

Generell empfiehlt Blaser in Sachen Sicherheit den Zuzug von Fachleuten und die Inanspruchnahme der kostenlosen Beratungen der Zuger Polizei und Sicherheitsfirmen.

«Wenn Leute ein Haus bauen lassen oder eine Eigentumswohnung einrichten, stehen primär die Böden, die Ausstattung der Küche und die Badeeinrichtung im Vordergrund. Aber die Sicherheit wird meist völlig vernachlässigt», bedauert Blaser. «Dabei wäre es wichtig, eine Schwachstellenanalyse erstellen zu lassen und die Kompetenz der Zuger Polizei in Anspruch zu nehmen.» Der Polizei seien drei Schwerpunkte wichtig, sagt Judith Aklin, Kommunikationsverantwortliche der Zuger Polizei. «Es lohnt sich, ein Sicherheitskonzept zu erstellen. Die ­Spezialisten der Polizei helfen beispielsweise gerne bei dessen Erarbeitung.» Nachbarschaftshilfe ­erhöhe die Sicherheit. «Denn mit wachsamen Nachbarn haben Diebe und Einbrecher weniger gute Chancen, erfolgreich ihrem Gewerbe nachzugehen. Gerade bei Abwesenheit kann eine gute Nachbarschaft dafür sorgen, dass nicht erkennbar ist, wenn niemand zu Hause ist.»

Bürgerinnen und Bürger sollten verdächtige Personen oder Fahrzeuge in ihrem Quartier sofort dem Polizeinotruf 117 melden, betont Aklin. «Wenn möglich soll man sich das Aussehen und die Kleidung von Personen wie auch Marke, Farbe und Kontrollschilder von Fahrzeugen merken. Lieber einmal zu viel den Notruf wählen als einmal zu wenig. Je schneller eine Patrouille avisiert werden kann, desto grösser ist der Fahndungserfolg.» (kk)