EINBÜRGERUNG: Ein Beschluss sorgt für grosse Empörung

Eine Gemeinde verweigert einem Kind den Schweizer Pass - weil es behindert ist. Dagegen wehrt sich jetzt seine Familie.

Drucken
Teilen

Der Fall schlägt hohe Wellen: Eine Zuger Gemeinde will ein Kind nicht einbürgern, weil es behindert ist. Darüber berichtete der «Tagesanzeiger» am Donnerstag.

Die Geschichte: Eine Familie aus dem Balkan, die seit 20 Jahren in der Schweiz lebt, will ihr geistig und körperlich behindertes, zwölfjähriges Kind einbürgern lassen. Die zwei weiteren, gesunden Kinder der Familie sind bereits eingebürgert worden. Im August lehnte es der Bürgerrat ab, auf das Gesuch einzutreten. Die Begründung: Ein Bewerber müsse bezüglich des Einbürgerungswillens urteilsfähig sein. Dies sei hier nicht der Fall. Der Beschluss des Bürgerrats sorgt auch bei Fachstellen wie Pro Infirmis oder Égalité Handicap für Empörung. Der Entscheid verstosse gegen das Diskriminierungsverbot, erklären sie.

Die Familie fechtet diesen Beschluss an. Derzeit ist eine Beschwerde beim Regierungsrat hängig, wie die Direktorin des Innern, Manuela Weichelt-Picard, bestätigt. Bis ein Entscheid gefällt ist, werde es einige Monate dauern.

Andrée Stössel

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Zuger Zeitung.