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EINBÜRGERUNG: Schweizer werden – Zug hält sich zurück

Ab 1. Januar 2018 tritt in der Schweiz ein neues Bürgerrechtsgesetz in Kraft. Dieses bringt gewisse Veränderungen im Einbürgerungsverfahren mit sich. Einzelne Städte oder Gemeinden sind deshalb proaktiv auf Ausländer zugegangen – Zug nicht.
Christopher Gilb
Einbürgerungs-Gesuche werden in der Stadt Luzerner schneller abgearbeitet. (Bild: Keystone / Christian Beutler)

Einbürgerungs-Gesuche werden in der Stadt Luzerner schneller abgearbeitet. (Bild: Keystone / Christian Beutler)

In den ersten fünf Monaten 2017 zählte der Bund rund 16650 Einbürgerungen, was 1250 mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr sind. Eine mögliche Erklärung für diese Entwicklung ist, dass einzelne Städte wie Luzern oder Zürich Briefe an alle Ausländerinnen und Ausländer verschickt haben, welche die Minimalanforderungen für eine Einbürgerung erfüllen. In diesen informierten sie, dass nächstes Jahr ein neues Bürgerrechtsgesetz in Kraft tritt, und luden die Angeschriebenen ein, sich mit einer allfälligen Einbürgerung auseinanderzusetzen.

Denn wer ab 2018 ein Einbürgerungsgesuch stellt, muss im Gegensatz zu früher zwingend über eine Niederlassungsbewilligung C verfügen und muss verschärfte Integrationsvoraussetzungen erfüllen. Dazu gehört etwa, dass die Person in den drei Jahren vor Einreichung des Gesuchs keine Sozialhilfe bezogen haben darf, ausser sie hat den Betrag bereits vollständig zurückbezahlt. Die eidgenössische Wohnsitzfrist aber reduziert sich von zwölf auf zehn Jahre. Und deshalb will Markus Stoll nicht von einer generellen Verschärfung sprechen. «Das wäre undifferenziert, denn Tatsache ist, dass die Wohnsitzfrist sinkt und dies eine klare Erleichterung ist.» Stoll ist Abteilungsleiter beim Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst in der Direktion des Inneren des Kantons Zug.

Diese Abteilung ist für die Prüfung der Einbürgerungsanträge zuständig und hat darauf verzichtet, einen Brief zu verschicken. «So eine Massnahme war nie ein Thema bei uns. Wir sind der Meinung, dass auf unserer Homepage alle wichtigen Informationen bereitgestellt sind, und dies genügt», sagt Stoll. Auch eine Zunahme an Anträgen, wie dies etwa in Zürich oder Luzern der Fall ist, liesse sich bisher nicht feststellen. «Das Einzige, was vorkommt, ist, dass Leute, die erst die 10-Jahr-Wohnsitzpflicht erfüllen, schon jetzt ein Einbürgerungsgesuch stellen möchten, obwohl die kürzere Frist erst ab 2018 gilt. Diese Leute klären wir entsprechend auf», so Stoll. Auch mehr Einbürgerungen wurden im Kanton Zug dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr nicht bewilligt. Wie ein Blick auf die entsprechende Statistik des Bundes zeigt, wurden von 1. Januar 2016 bis 31. Mai 2016 insgesamt 264 Personen im Kanton Zug eingebürgert. Exakt so viele waren es auch in der gleichen Zeitspanne des laufenden Jahres.

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

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