Pfarrei Cham: Eine Andacht zur Gräberaufhebung

Auf dem Friedhof in Cham müssen Grabmale weichen. Für Hinterbliebene findet eine ökumenische Andacht statt.

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Auf dem Chamer Friedhof wird eine Urnenwand entstehen.

Auf dem Chamer Friedhof wird eine Urnenwand entstehen.

Archivbild: Patrick Hürlimann

Der Friedhof in Cham erhält bis Ende Mai eine neue Urnenwand. Der Neubau startete mit den Abbrucharbeiten der bestehenden Friedhofsmauer bereits im Januar, wie dem Informationsblatt der Gemeinde Cham zu entnehmen ist. Infolge dieser Arbeiten müssen auf dem Friedhof mehrere Grabmäler aufgehoben werden. Hinterbliebene erhalten deshalb am kommenden Samstag, 15. Februar, die Möglichkeit, der Verstorbenen in einer ökumenischen Andacht zur Gräberaufhebung noch einmal zu gedenken. Sie beginnt um 11 Uhr und findet in der katholischen Kirche Cham statt.

«Mit dem Wegfall des Grabes tritt eine neue Phase ein», sagt der reformierte Pfarrer Michael Sohn gegenüber dem Pfarreiblatt. Das sei schwierig, da der sichtbare Bezug der Erinnerung wegfalle. Und der katholische Pfarrer Thomas Rey fügt in derselben Publikation hinzu: «Es ist ein emotionaler Moment. Ein Moment des Abschieds, denn der Ort der Trauer geht ein Stück weit verloren.»

Schlichte Feier

Es ist dies die zweite ökumenische Andacht zu einem solchen Anlass in Cham. Bereits vor zwei Jahren wurde sie zum ersten Mal durchgeführt. Damals kamen deutlich mehr Menschen, als die Organisatoren vermuteten. Und auch heuer ist mit einer beachtlichen Zahl an Besuchern zu rechnen. Denn: «Dort, wo die Gemeinde eine Adresse hat von Angehörigen, informiert sie diese über die Gräberaufhebung sowie über die Andacht», sagt Michael Sohn. Aber auch all jene Menschen, die ihrer Verstorbenen noch einmal gedenken wollten, deren Gräber aber noch nicht aufgehoben werden oder die bereits vor längerer Zeit aufgehoben worden seien, seien herzlich willkommen, heisst es im Pfarreiblatt-Bericht weiter. Vorgesehen sei eine schlichte Feier in ähnlichem Stil wie vor zwei Jahren. Thomas Rey erinnert sich: «Es standen damals so viele Rosen bereit wie Gräber, die aufgehoben werden sollten. Angehörige konnten sie im Anschluss an die Feier auf die Gräber legen.»

Infolge Ablauf der Grabesruhe werden gemäss der Gemeinde ab dem 2. März folgende Grabmale aufgehoben:
- Urnengräber Feld C (Bestattungsjahre 1997–2000) 
- Urnennischen Feld C (Bestattungsjahre 2007–2009) 
- Urnennischen, Urnen Grab Platten Feld B (Bestattungsjahre 1997–2001)
- Kindergräber (Bestattungsjahre 1993–1998) 
- Inschriften auf der Sandsteinplatte beim Gemeinschaftsgrab (Bestattungsjahre 1993–2002)

Die zu räumenden Grabreihen sind gemäss Gemeinde mit Tafeln gekennzeichnet. Mit dem Abräumen darf man ab dem 17. Februar beginnen. Nach Ablauf der Frist entfernt der Werkhof ab März die Grabmale und den Grabschmuck ohne Kostenfolge für die Angehörigen.