Zug: Eine Aufwertung, die vielleicht gar keine ist

Carmen Rogenmoser über die Petition «Pro Camping Zugersee», welche diese Woche von den Initianten der Staatskanzlei übergeben wurde.

Carmen Rogenmoser
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Carmen Rogenmoser

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Über 5000 Unterschriften haben die Initianten der Petition «Pro Camping Zugersee» gesammelt. Diese Woche haben sie diese nun der Staatskanzlei übergeben. Aktiv wurde die Gruppe rund um den ehemaligen Betreiber des Campings, Mark Ullmer, nachdem der Kantonsrat den Richtplan mit dem darin enthaltenen Projekt Lorzenebene verabschiedet hatte.

Dort steht, dass die Stadt Zug gemeinsam mit dem Kanton und der Korporation Zug als Grundeigentümerin, das Gebiet Brüggli für die Erholung aufwerten will. Der freiwerdende Platz soll für Sportler, Badende und Erholungssuchende ausgebaut werden. Die Korporation Zug hat entschieden, den Pachtvertrag für den Campingplatz 2022 auslaufen zu lassen. Das Betreiben eines Campingplatzes sei grundsätzlich keine öffentliche Aufgabe, wurde das Vorgehen begründet.

Dagegen regte sich schnell Widerstand. Es wurden Unterschriften für den Fortbestand des Campingplatzes an dieser Stelle und in der heutigen Form gesammelt – mit Erfolg, wie sich zeigt. Die 5000 Unterschriften sind ein starkes Zeichen. Der Campingplatz ist der einzige mit Anstoss an den Zugersee. Ausserdem sei er eine bezahlbare Alternative zu teuren Hotelzimmern, argumentieren die Initianten. Unterstützt wird diese These von der stetigen Zunahme an Logiernächten, die Campingplätze schweizweit verzeichnen. Das gilt auch für die Zeltplätze am Zuger- und Ägerisee. Das mag alles stimmen und es ist schon Begründung genug, um für den Erhalt des Platzes zu kämpfen.

Es kann aber durchaus auch sein, dass die grosse Unterstützung einer weiteren Komponente geschuldet ist: Das Brüggli-Areal ist einer der letzten Orte im Kanton, der noch nicht aufgewertet, umgestylt oder verbaut wurde. Hier ist es wunderbar unkompliziert und einfach. Es ist ein Miteinander von verschiedenen Nutzern, die gut aneinander vorbeikommen. Das Brüggli ist so beliebt, weil es ist, wie es ist. Und genau das macht es auch zu einem idealen Erholungsraum. Das Projekt Lorzenebene sieht vor, das Brüggli aufzuwerten. Doch entspricht die heutige Situation nicht bereits einer Aufwertung?

Die Korporation Zug sowie der Kantonsrat täten gut daran, ihre Strategie noch einmal zu überdenken und die vielen Unterschriften ernst zu nehmen. Denn mit der Sanierung des Brüggli-Gebiets könnte mehr verloren gehen, als der letzte Campingplatz, der direkt am Zugersee liegt.