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Eine Auszeichnung für Bürger, die etwas Besonderes leisten

Gemeinden Vor allem habe man mit der Ernennung von Joachim Henggeler zum Ehrenbürger ein Zeichen setzen wollen, sagt der Präsident der Oberägerer Bürgergemeinde, Alois Rogenmoser. «Er war 40 Jahre Arzt und immer für die Bevölkerung des Ägeritals da. Egal, ob Tag oder Nacht und sogar in den Ferien, er war immer erreichbar.» Das sei nicht selbstverständlich. Deshalb wollte der Bürgerrat symbolisch danken. «Die Verleihung des Titels ist der Bürgergemeinde vorbehalten, also haben wir das genutzt», so Rogenmoser. Henggeler habe sich über die Auszeichnung gefreut, und das sei die Hauptsache. Oft kommt eine solche Ernennung in Oberägeri nicht vor. Henggeler ist erst der zweite Ehrenbürger.

Jede Bürgergemeinde kennt zwar ­Ehrenbürger, auch ähneln sich die Kriterien für eine Ernennung. So steht ein Engagement für das Gemeinwohl und mit Bezug zur Wohngemeinde im Zentrum. Die Auslegung und Häufigkeit der Verleihung unterscheidet sich hingegen. Das zeigt eine kleine, unvollständige Umfrage. In Baar beispielsweise gibt es eine grössere Anzahl an Ehrenbürgern als in Oberägeri. «Um zu erfahren, wie viele es genau sind, müsste ich im Bürgerbuch nachschauen», erklärt Bürgerratspräsident Oskar Müller. Als Beispiel nennt er Annemarie und Eugen Hotz. Das Ehepaar hat sich den Titel als Kulturschaffende verdient. So traten sie etwa gemeinsam im Burgbachkeller in Zug auf, und sie setzten sich stark für die Baarer Fasnacht ein. «Eugen Hotz hat das heutige Baarer Wappen entworfen.» Jedem wird die Ehre aber nicht zuteil. «Dazu muss schon etwas wirklich Effektives und Nachhaltiges für die Gemeinde geleistet werden», sagt Müller.

Befreit von der Steuerpflicht

Die Bürgergemeinde Cham hat konkrete Kriterien für die Verleihung eines ­Ehrenbürgertitels definiert. Nach dem Bürgerrechtsgesetz ist es Voraussetzung, dass es sich um eine Person handelt, die sich um das Gemeinwesen in besonderer Weise verdient gemacht hat. «Das Ehrenbürgerrecht ist in erster Linie eine Ehre für die betroffenen Personen und nicht mit Privilegien verbunden», erklärt Bürgerschreiber Thomas Gretener. Eine Ausnahme gibt es aber: Ehrenbürger sind von der Steuerpflicht befreit. «Da die Bürgergemeinde Cham ohnehin keine Steuern erhebt, entfällt sogar dieses mögliche Privileg.» Insgesamt gibt es in Cham 15 Ehrenbürger, die zwischen 1894 und 1999 ernannt wurden.

In Menzingen gibt es elf Ehrenbürger. Erstmals wurde der Titel 1943 verliehen, letztmals 2000. Unter den Trägern sind etwa Alois Staub-Wobmann, Lehrer, Organist und Buchautor aus Edlibach. Er wurde 1994 ernannt. Oder Schwester Theresia Nägeli (1943), Generaloberin des Instituts Menzingen. Wie in den meisten Bürgergemeinden gibt es auch in Menzingen keine Privilegien für die Ehrenbürger, einzig die Ehre zähle, so Bürgerschreiberin Barbara Tiefen­auer. Gleiches gilt für die Bürgergemeinde Zug. Hier wurde die Ehre insgesamt sieben Bürgern zuteil. Zum letzten Mal 1982. Damals wurde Bundesrat Hans Hürlimann Zuger Ehrenbürger. In Neuheim sind Bürgerschreiberin Pia Isele auf die Schnelle zwei Ehrenbürger bekannt: zum einen der ehemalige Dorfschullehrer Anton Demarmels (1922 bis 2000). «Er hat in der Gemeinde über Jahrzehnte unterrichtet, war Organist und Kirchenchordirigent. Zudem hatte er lange im Kirchenrat Einsitz.» Ausserdem wurde Hans Schlumpf Ehrenbürger. Er war im Gemeinderat tätig, davon ­einige Jahre als Gemeindepräsident. Und er schrieb 1998 die Dorfchronik «Neuheim einst und heute», sagt Isele. Privilegien gibt es auch in Neuheim für Ehrenbürger keine.

Auch in Walchwil wird Ehrenbürger, wer «eine hervorragende Leistung mit grossem Engagement für die Gemeinde erbracht hat.» Das könne auch ein bekannter Sportler sein, sagt der Präsident der Bürgergemeinde Peter Rust. Momentan gebe es in der Gemeinde aber keinen aktiven Ehrenbürger. Privilegien sind ebenfalls keine vorgesehen. «Ein Ehrenbürger würde an der Versammlung aber sicher immer speziell begrüsst werden», so Rust. Gleichviele Ehrenbürger wie in Oberägeri gibt es in Risch, nämlich zwei. Das sagt Bürgerschreiberin Patrizia Schwerzmann auf Anfrage. Auch hier handelt es sich um Personen, die sich um das Gemeinwesen in besonderer Weise verdient gemacht haben.

In Hünenberg heisst es: «Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts ist eine hohe ideelle Ehrung einer Person, die im Dienste der Öffentlichkeit besonders verdienstvoll gehandelt hat.» Der Bürgerrat setze mit der Erteilung des Rechts ein Zeichen der Wertschätzung. Wichtig ist ein grosses Engagement für die Öffentlichkeit sowie die Verbundenheit mit der Wohngemeinde. Auch werden Vorschläge von Bürgern entgegengenommen. Als Letzter wurde Klaus Meyer 2015 zum ­Ehrenbürger ernannt. Er war Lehrer und hat sich intensiv mit der Geschichte Hünenbergs auseinandergesetzt. Sieben weitere Ehrenbürger sind auf der Homepage der Bürgergemeinde aufgelistet.

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

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