Leserbrief

Eine Bitte an den Samichlaus

Zum Tod von Köbi Kuhn, zur Politik und zur Adventszeit

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«Köbi und die Schweizer Sehnsucht» – so ein Bericht der «Zuger Zeitung» vom 28. November. Köbi Kuhn stand es ins Gesicht geschrieben, ein Mann mit Demut, grosser Schaffenskraft und vor allem menschlichen Qualitäten. Solche Vorbilder sind heute eine Rarität, verbunden mit dem gleichzeitigen Wertezerfall. Am 1. Dezember hat die Adventszeit begonnen– die Stadt steht wiederum in vollem Glanz – und vergessen ist die Wahl vom vergangenen Oktober. Die FDP konnte zwar ihre Machtposition erhalten, allerdings mit Unterstützung der stets propagierten christlichdemokratischen Partei CVP und andern Klein-Parteien. Welches Glücksgefühl hinterlässt wohl ein solcher Wahlerfolg? Die Politik spielt erfahrungsgemäss bei Wahlen leider oft in einer andern Liga! «Alle gegen Einen» ist keine Heldentat und entspricht einer gewissen Ellbogen- beziehungsweise Schwarzpetermentalität. Welcher Couleur auch immer, eine solche Haltung widerstrebt meinem christlichdemokratischen Verständnis. Der Glanz der vergangenen Wahl scheint langsam zu ermatten, der SVP-Ständeratskandidat kann wenigstens mit Genugtuung auf seinen grossen Leistungserfolg zurückblicken. Die Kehrseite der Medaille bestand aber auch darin, dass ein beträchtlicher Wähleranteil den SVP-Kandidaten nicht nach Bern verlieren wollte. Gerade als damaliger Baudirektor hatte er im Kanton Zug mehrere anstehende Bauprojekte realisiert, zwar nicht zur Freude aller Parteien. Der Verkehr im Kanton Zug hat aber enorm zugenommen und gerade die Bauwirtschaft kann schon längst nicht mehr quasi mit Schubkarren unterwegs sein. Zu diesem Thema hätte ich noch eine Bitte an den in den nächsten Tagen kommenden Samichlaus. Landauf, landab ist die Rede von der berechtigten Klimaerwärmung. Das leidige Submissionsgesetz wurde damals von den Mitte-und Linksparteien kreiert. Dieses Submissionsgesetz entspricht schon längst nicht mehr den heutigen Gegebenheiten und zeugt von einer St.Florianspolitik («Heiliger St.Florian, schütze unser Haus, zünde lieber andere an»), indem Hunderte von Fahrkilometern für auswärtige Aufträge nötig sind. Vor allem bei grossen öffentlichen Vergaben gehen ortsansässige Unternehmer und jahrzehntelange Steuerzahler oft leer aus. Das billigste Angebot (letztlich oft das Teuerste) kommt zum Zug und bei den verantwortlichen Gemeindevorstehern geht es heute meist um die Umsetzung von Buchstaben gemäss Submissmissionsgesetz. Heiliger St.Nikolaus, vielleicht hast Du die Möglichkeit, an all diesen Unrühmlichkeiten etwas zu ändern? In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deiner Gefolgschaft eine besinnliche Adventszeit.

Irma Ohnsorg, Steinhausen