Eine Chamer Apotheke lässt wegen «Corona» nur drei Kunden auf einmal in den Laden

Der Präsident des Vereins Zuger Apotheken sorgt sich wegen des Corona-Virus um seine Angestellten – und um Isolierte.

Raphael Biermayr
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Diese Mitteilung hängt an der Tür zur Anklin Apotheke in Cham.

Diese Mitteilung hängt an der Tür zur Anklin Apotheke in Cham.

Bild: Maria Schmid (4. März 2020)

«Maximal 3 Kunden in der Apotheke» steht am Eingang zur Anklin Apotheke in Cham. Deren Inhaber Martin Affentranger hat diese Mitteilung verfasst. Der Grund ist seine Sorge um die Mitarbeiter. Denn wenn vom Coronavirus befallene Patienten sich länger als 15 Minuten in seiner Apotheke aufhalten würden, müsste er alle Angestellten in Quarantäne schicken, die sich während dieser Zeit näher als zwei Meter in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten hätten.

Eine Firma teilt das Personal auf


Bernhard Neidhart, der Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft und Arbeit, sagt auf Anfrage, dass vermehrt um Auskunft betreffend Umgang in der Belegschaft zur Virus-Prävention gebeten werde. Man verweise auf die Medienmitteilungen des Bundes und der kantonalen Gesundheitsdirektion. Auch die Zahl der Anfragen bezüglich Kurzarbeit sei erhöht.

Der Baarer Brokersoftwarehersteller winVS software AG sowie der Cloudanbieter Meta10 AG gehören zu den Firmen, die bereits Massnahmen ergriffen haben. «Wir arbeiten seit über einer Woche mit der Hälfte der Belegschaft im Homeoffice, sodass die Ansteckungsgefahr minimiert wird», sagt Leila Sadok, Mitglied der Geschäftsleitung von winVS. Ausserdem würden die meisten Meetings online geführt werden.

Affentranger, der Präsident des Vereins Zuger Apotheken, hält sich dabei an die Falldefinition des Bundesamts für Gesundheit. Diese sieht ein Risiko für Personen, die mindestens eines der folgenden Kriterien in den vergangene 14 Tagen erfüllt haben:

  1. Reise oder Aufenthalt in einem betroffenem Gebiet, also in China, Südkorea, Singapur, Iran, Italien (Lombardei, Veneto, Piemont).
  2. Enger Kontakt zu einem laborbestätigten Fall. Als enger Kontakt gelten: Kontakt von weniger als zwei Meter und während mehr als 15 Minuten; Wohnen im gleichen Haushalt; Krankenpflege oder direkter Kontakt mit Atemwegssekreten oder Körperflüssigkeiten ohne persönliche Schutzmassnahmen.
  3. Symptome einer akuten Erkrankung der Atemwege (Husten, Atemnot) und/oder Fieber über 38 Grad Körpertemperatur.

Der Apotheker Affentranger sorgt sich darüber hinaus um die Versorgung der Personen, die sich wegen des Virus in Quarantäne befinden. Das Netzwerk Kiss habe bereits zugesagt «nach Personen zu suchen, die Hauslieferdienste im Sinne einer Nachbarschaftshilfe anbieten», sagt er. Auch das Netzwerk «Zuger helfen Zuger» kündigt auf seiner Facebookseite Unterstützungsleistungen für Personen an, die ihr Zuhause nicht verlassen dürfen.