Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Kommentar

Zuger Klimastreik: Eine Chance verpasst

Redaktor Christopher Gilb über die Reaktion der Zuger Politik auf die Klimastreiks der lokalen Jugend.
Christopher Gilb
Autoren-Porträt Christopher Gilb

Autoren-Porträt
Christopher Gilb

Letztens hat ein Magazin Visualisierungen von verschiedenen Städten am Meer abgedruckt. Sie zeigten, wie es dort in einigen Jahrzehnten aussehen könnte, wenn sich die Klimaerwärmung und damit der Anstieg des Meeresspiegels weiter in der aktuellen Geschwindigkeit vollzieht. Eine Städtereise könnte dann bei den ersten Städten bereits ins Wasser fallen. Bis zu 5,4 Grad wärmer könnte es im schlimmsten Fall gemäss eines Berichts der ETH-Zürich bis 2085 – wenn keine Klimaschutzmassnahmen ergriffen werden – auch in der Schweiz werden. Trockenere Sommer, heftigere Niederschläge, mehr Hitzetage und schneearme Winter sind die ersten sichtbaren Konsequenzen.

Die jungen Leute jedenfalls haben keine Lust mehr zu warten und demonstrieren auch in Zug regelmässig dafür, dass die Politik vorwärts macht. Es sind die gleichen jungen Leute, von denen man dachte, sie würden sich nur noch für ihr Instagram-Profil interessieren. Sie haben genug von den faulen Klima-Kompromissen der Älteren, eigentlich ein Wunder, dass sie solange gewartet haben, geht es doch um ihre Zukunft.

Verschiedenorts hat nun auch in der Schweiz bereits die Politik auf diese neue Bewegung reagiert: In Basel-Stadt und im Kanton Waadt wurde unlängst beispielsweise der sogenannte Klimanotstand ausgerufen. In Zug hingegen da hat die bürgerliche Mehrheit im Grossen Gemeinderat die Überweisung einer entsprechenden Einzelinitiative am Dienstag, 19. März, verhindert. Vereinfacht gesagt, es soll nicht einmal über deren Inhalt diskutiert werden. Dem Initianten wurde unterstellt, nur Wahlkampf zu machen oder ein globales Problem am falschen Ort lösen zu wollen. Man fragt sich nur, wer soll es denn lösen: Donald Trump? Wladimir Putin, etwa?

Mindestens eine Überweisung wäre jedoch ein wichtiges Zeichen der Politik gewesen, die Anliegen der jungen Leute ernst zu nehmen. Auch als Ausdruck davon, dass man es schätzt, wenn sie sich für die Zukunft stark machen. Er lasse sich «Beschränkungen der Freiheitsrechte zum Schutz des Klimas nicht unter Zeitdruck unterjubeln», sagt Landammann Stephan Schleiss in Zentralschweiz am Sonntag vom 24. März. Das Problem ist nur, – und das haben wohl viele noch nicht verstanden – vollzieht sich die Klimaerwärmung weiterhin in dieser Geschwindigkeit, wird die Freiheit ohnehin von selbst eingeschränkt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.