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Eine Familie mit ungebändigtem Fernweh

Vor sieben Jahren wanderte Familie Flury aus Neuheim aus. Ihr Ziel war Australien. Gelandet aber ist sie in Florida – inklusive Umweg über Uruguay. In der Jubiläumssendung von SRF «Auf und davon» erzählen sie von ihrem Abenteuer.
Carmen Rogenmoser
Familie Flury im Garten ihres Anwesens in Florida: Catherine, Christopher, Anja, Sämi und Janis (von links). (Bild: SRF)

Familie Flury im Garten ihres Anwesens in Florida: Catherine, Christopher, Anja, Sämi und Janis (von links). (Bild: SRF)

Von Neuheim in die grosse weite Welt: Das hatte sich Familie Flury – dazu gehören Mutter Catherine, Vater Christopher und die drei Kinder Anja, Sämi und Janis – vor gut sieben Jahren vorgenommen. Australien war das Traumziel. Dort angekommen ist die Familie allerdings nie. Stattdessen landete sie in Uruguay. Wo dieser südamerikanische Staat genau liegt und wie man dort lebt, davon hatten die Flurys keine Ahnung. Gegangen sind sie trotzdem, nachdem sie eine Woche vor Ort rekognosziert haben.

Der Mut hat sich gelohnt: Die Familienmitglieder fühlten sich schnell wohl in der Fremde. Nach drei Jahren allerdings wurde ihnen das ruhige Leben etwas zu langweilig. Eine neue Herausforderung musste her. Gefunden haben sie diese in Florida. Seit Juli 2016 wohnen sie nun in den USA. Von ihrem Auswanderer-Abenteuer erzählen Catherine und Christopher in der SRF-Sendung «Auf und davon – das Jubiläum» (siehe Hinweis).

Sie ist Geschäftsführerin, er Hausmann

Entspannt und gut gelaunt berichten sie aus dem heimischen Wohnzimmer über ihr Leben. Sie ist Geschäftsführerin einer Eisdiele und eines Sandwichladens, er kümmert sich um das Haus und die Kinder und arbeitet nebenbei in einer Baumschule. Kommen die Kinder nachmittags von der Schule nach Hause, ist Catherine bereits da. Die Freizeit verbringen die fünf oft zusammen. Genau so haben sie es sich von ihrer Auswanderung erhofft. Die Welt zu entdecken, das liegt bei den Flurys in der Familie. Christopher hat Verwandte in Kanada, Brasilien und Neuseeland. «Sein Vater verbrachte selber in seiner Jugend zwei Jahre in Südafrika, wo er für eine Schweizer Firma arbeitete», erklärt Catherine. Das habe auf ihn als Kind eine grosse Faszination ausgeübt, so Christopher. «Vielleicht ist es das, was die Bereitschaft auslöste, andere Menschen an unseren Geschichten teilhaben zu lassen», mutmassen die beiden. Damit nehmen sie Bezug auf die Teilnahme beim Fernsehformat. Beworben dafür hatten sie sich bereits während der ersten Auswanderung. Sie wurden allerdings nicht ausgewählt. Bei der Jubiläumssendung kamen sie nun zum Zug. «Es war eine grosse Ehre», so Vater Christopher – und eine spannende Erfahrung für alle: «Wir haben die Professionalität der Reporterin und ihr Fingerspitzengefühl, wie sie an die Themen unserer Geschichte heranging, sehr geschätzt.»

Mit der Auswanderung wollte die Familie erleben, «was andere Menschen nur durch die Medien miterleben können»: Chancen und Möglichkeiten ausloten und sich mit der ganzen Familie einer Herausforderung stellen. «Sowie Pionierarbeit leisten und dabei Neues entdecken», so Christopher. Die Erwartungen der Flurys haben sich erfüllt. «Wir geniessen es, schnell in der Natur zu sein und das Gefühl zu haben, als wäre man mittendrin in einer Doku über Alligatoren und Schlagen», kommt Catherine ins Schwärmen. Ohne den Umweg nach Uruguay wäre die Familie aber wohl nicht in den USA gelandet. «Dazu wären wir nie bereit gewesen.» Noch 2013 war das keine Option. «Alles, was wir wussten, war, dass es extrem schwierig ist, in die USA auszuwandern.» Gewagt haben sie es dann doch. Ob Florida Endstation ist, steht in den Sternen. «Wir sind uns unserer Verantwortung als Eltern bewusst und möchten, dass sich unsere Kinder geborgen fühlen und langfristige Beziehungen aufbauen können», erklärt Catherine.

Rückkehr in die Schweiz ist nicht ausgeschlossen

Ab und zu komme das Gefühl von Fernweh wieder auf. «Gefährlich wird es, wenn wir in der Familie darüber sprechen und uns gegenseitig begeistern», führt sie aus. Die Kinder seien da nicht ausgenommen. «Das steckt wohl in den Genen.» Auch die Ausbildung der Kinder ist ein Thema. «Sie besuchen in der Freizeit eine Online-Deutsch-Schule, um sich auch den Weg einer Lehre offen zu halten.» Die Rückkehr in die Schweiz ist also auch eine Alternative, zumal die Familie «die Lieben in der Schweiz» ziemlich vermisst. Das Aufrechterhalten des Kontakts sei mit den heutigen Möglichkeiten einfach. Die fünf Flurys denken oft an ihre Nachbarn, die sie in Neuheim hatten, und an viele schöne Erlebnisse. «Die heissen Temperaturen von 30 Grad und mehr über Wochen machen einem zudem zu schaffen», sagt Christopher. «Da sehnen wir uns nach dem kühleren Wetter in Neuheim.» Und Catherine wäre als Luzernerin gerne wieder einmal bei der Fasnacht dabei. Das aber sind kleine Makel, im Vergleich zur Lebensqualität, die die Flurys für sich gefunden haben.

Hinweis: Der Beitrag der Familie Flury bei der Jubiläumssendung von «Auf und davon» ist weiterhin zu sehen unter: www.srf.ch/play

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