Kommentar

Eine gewagte Aussage zur Wirksamkeit von Globuli & Co.

Die Aussage des Zuger Präsidenten der höheren Fachschule für Naturheilverfahren und Homöopathie, dass «Homöopathie ausgezeichnete Erfolge bei der Behandlung von schweren Epidemien aufweise» ist unglücklich, naiv gar, findet Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung».

Harry Ziegler
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Harry Ziegler

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Bild: Stefan Kaiser

«Die Homöopathie weist seit Anfang des 19. Jahrhunderts ausgezeichnete Erfolge bei der Behandlung von schweren Epidemien auf.» Diese in unserer Zeitung gemachte Aussage des Präsidenten der höheren Fachschule für Naturheilverfahren und Homöopathie, Max Uebelhart, sorgte in den sozialen Medien für hochgehende Wogen. Verständlicherweise. Denn Globuli & Co. respektive deren Wirkkraft, werden immer wieder kontrovers bis zur Gehässigkeit, diskutiert.

Die zitierte Aussage Uebelharts ist, im Lichte seiner Aufgabe und seiner Verantwortung als Präsident einer Anstalt, die sich mit Homöopathie und naturheilkundlichen Behandlungsmethoden befasst, besehen, gewagt. Gerade vor dem Hintergrund, dass Covid 19 von der WHO von einer Epidemie zur Pandemie hochgestuft wurde. Gewagt, weil auch die Schulmedizin momentan keine andere Antwort hat, als Erkrankte den Virus aussitzen zu lassen. Inwiefern da die Homöopathie erfolgreich helfen kann – diese Antwort bleibt sie schuldig.

Dass der Präsident der höheren Fachschule bis zu seinem Amtsantritt Anfang dieses Jahres keinerlei eigene Erfahrungen mit Homöopathie gemacht hat, wie er im Interview selber sagt, entlarvt die zitierte Aussage als das, was sie ist: Werbung in eigener Sache. Nur zeugt sie, abgesehen davon, dass sie, wie erwähnt in der aktuellen Situation unglücklich ist, auch von einer gehörigen Portion Naivität.