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Eine Krienser Begleitgruppe leistet wertvolle Glaubensarbeit

Die Begleitgruppe Heimgottesdienste Kriens wurde für ihr Schaffen seit bald 20 Jahren ausgezeichnet.
Laura Sibold
Die Frauen der Begleitgruppe Heimgottesdienste Kriens bekamen am 8. Juni den «Dank Dir!»-Preis verliehen. (Bild: Roberto Conciatori)

Die Frauen der Begleitgruppe Heimgottesdienste Kriens bekamen am 8. Juni den «Dank Dir!»-Preis verliehen. (Bild: Roberto Conciatori)

Körperliche oder psychische Einschränkungen machen es vielen Menschen unmöglich, die Kapelle für einen Gottesdienst aufzusuchen. Damit die Bewohner der Krienser Heime Grossfeld und Zunacher ihren Glauben aber in der Gemeinschaft weiter pflegen können, ist die Begleitgruppe Heimgottesdienste seit bald 20 Jahren im Einsatz. Jeden Samstag holen Helferinnen die Heimbewohner in ihren Zimmern ab und bringen sie an den jeweiligen Ort des Gottesdienstes. Die 29 Frauen – allesamt Seniorinnen – tun dies auf freiwilliger Basis und unentgeltlich.

Anfang Juni wurde die Begleitgruppe Heimgottesdienste für ihr Engagement mit dem «Dank Dir!»-Preis ausgezeichnet. Dieser wird jährlich von der katholischen Kirche im Kanton Luzern für wertvolle Freiwilligenarbeit verliehen. Im Heim sei das Leben oft fremdbestimmt, da stille die Begleitung zum Gottesdienst wichtige persönliche Bedürfnisse, schreibt die Jury in ihrer Begründung. «Das schafft Beheimatung, stellt Kontaktmöglichkeiten her und verbindet Lebenswelten», heisst es weiter. Mit dem «Dank Dir!»-Preis solle ein oft als selbstverständlich wahrgenommenes Engagement ­öffentlich anerkannt werden.

Etwas Empathie und ein soziales Netzwerk

Helen Hüsler engagiert sich seit über 15 Jahren in der Begleitgruppe Heimgottesdienste. Die 76-jährige Krienserin hat miterlebt, wie die Gruppe gewachsen ist. Vor fast 20 Jahren habe ein Ehepaar im alten Heim Grossfeld diesen Dienst erbracht, nach und nach seien neue Helfer dazugekommen. «2012 waren es bereits etwa 20 Frauen, die mithalfen», erinnert sich Hüsler. Für die Seniorin ist das Mitwirken in der Begleitgruppe sinnstiftend. Sie habe den Heimbewohnern etwas zurückgeben wollen, was in der Begleitgruppe ohne Ausbildung und mit ein bisschen Empathie gut möglich sei.

«Es ist für beide Seiten bereichernd. Wir Mitwirkende haben eine schöne Aufgabe und die Bewohner danken es uns mit ihrer Freundschaft.»

Viele der Frauen in der Begleitgruppe arbeiteten früher in der Pflege, zwischen ihnen und den Heimbewohnern hat sich mittlerweile ein gutes soziales Netzwerk entwickelt. Manche Heimbewohner müsse sie nur an den Gottesdienst erinnern, erklärt Hüsler, andere möchten am Arm begleitet oder im Rollstuhl geschoben werden. Während des Gottesdienstes haben die Frauen ein wachendes Auge auf alle Mitfeiernden. Sie heben ein zu Boden gefallenes Liedblatt auf oder sind bei einem ­gesundheitlichen Problem zur Stelle. Eine der Freiwilligen hilft zudem der Person, die den Gottesdienst feiert, die Kommunion auszuteilen. Nach dem Gottesdienst werden die Bewohner in ihre Zimmer zurückbegleitet.

Pro Wochenende stehen sieben Frauen im Einsatz – jeweils drei bis vier pro Gottesdienst in den Heimen Grossfeld und Zunacher. Die Gottesdienste sind mit rund 40 bis 50 Teilnehmern sehr gut besucht.

Auch Rita Gemperle und Peter Müller, die in den Krienser Heimen für die Seelsorge verantwortlich sind, betonen, welch grosse Entlastung die Frauen für das Pflegepersonal und das Seelsorgeteam seien. «Die Teilnehmenden sind während des Gottesdienstes betreut und gut aufgehoben. Da leistet die Begleitgruppe Heimgottesdienste Kriens einen wichtigen Dienst», sagt Rita Gemperle. Das Angebot der Begleitung ermögliche die Teilhabe an einem für viele Bewohnenden wichtigen, spirituellen Angebot. «Das wird von den Betagten sehr geschätzt», fügt sie hinzu. Dass diese Leistung nun mit dem «Dank Dir!»-Preis» auch die nötige öffentliche Anerkennung erhält, freut die Theologin umso mehr.

Finanzieller Aspekt ist zweitrangig

Drei Fahnen des «Dank Dir!»-Preises sind in den Krienser Heimen nun aufgehängt, was mit den 1000 Franken Preisgeld geschieht, ist laut Gemperle zurzeit noch unklar. Doch der finanzielle Aspekt sei so oder so zweitrangig. Vielmehr werde die wertvolle Arbeit der Begleitgruppe Heimgottesdienste nun nicht nur in der ­Öffentlichkeit, sondern auch in den Heimen selber sowie im Pastoralraum Kriens mehr wahrgenommen. «Die Krienser Begleitgruppe kann Inspiration sein für andere Institutionen», ist Rita Gemperle überzeugt.

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