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Eine Leitschnur Richtung Zukunft für die Stadt Zug

Mit dem «Stadtraumkonzept Zug 2050» will der Stadtrat Wege und Möglichkeiten für eine langfristige Entwicklung der Stadt Zug zeigen. Wachsen und gleichzeitig die gute Lebensqualität erhalten, ist das Ziel.
Andrea Muff

Eine Stadt ist nicht nur zum Wohnen und Arbeiten da, sondern man sollte sich in ihr auch heimisch und sicher fühlen. Und dies auch, wenn sie weiter wächst, so wie die Stadt Zug. Denn lebten 1980 noch 23 000 Personen in Zug, waren es 2017 bereits 30 000. Die Prognosen für 2040 gehen weiter in Richtung 40 000 Einwohner. Die Landreserven sind beschränkt, die Stadt Zug muss also nach innen wachsen.

Das Baudepartement hat nun zusammen mit internen und externen Fachleuten Grundsätze für die räumliche und bauliche Gestaltung der Stadt Zug erarbeitet und im «Stadtraumkonzept Zug 2050» festgehalten. Der Stadtrat hat sich mit den Ergebnissen befasst und das Konzept beschlossen. Gestern präsentierte Eliane Birchmeier, Vorsteherin Baudepartement, zusammen mit Stadtarchitekt Christian Schnieper und Stadtplaner Harald Klein die Schwerpunkte.

Gestaltungsziele in sechs Schwerpunkte aufgeteilt

Eliane Birchmeier verwies auf das klare Ja bei der eidgenössischen Abstimmung 2013 zum Raumplanungsgesetz. Damals habe sich die Stimmbevölkerung der Stadt Zug mit 75 Prozent für das neue Gesetz ausgesprochen. «Das war ein klares Bekenntnis zur Siedlungsbegrenzung und dass die Stadt nach innen wachsen soll.» Interessant: Das am meisten verdichtete Gebiet in Zug sei die Altstadt, erklärte die FDP-Stadträtin und betonte: «Wir müssen Sorge tragen zu den Grünflächen und Freiräumen, um eine gute Lebensqualität zu erhalten.» Stadtarchitekt Christian Schnieper stellte an der Medienorientierung das Werkbuch, das an der «Zukunft der Stadt Zug mitbauen soll», genauer vor: «Wir möchten eine neue Zuger Baukultur etablieren.» Eliane Birchmeier fügte hinzu: «Dieses Buch ist als Werkzeugkasten und Diskussionsanregung gedacht.»

Das Stadtraumkonzept ist in sechs Schwerpunkte gegliedert. «Kleinstadt mit grosser Stadtbaukultur» heisst einer. Im Fokus steht dabei, dass die «zukunftsorientierte Stadtbaukultur das Wachstum nach innen konsequent zur Stadtraumgestaltung und Stadtverschönerung nutzt, ohne die Vorteile der Kleinstadt aufzugeben». Weiter soll das Stadtzentrum das Herzstück des öffentlichen Lebens sowie der wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Region bleiben.

«Verbundenheit und Heimatgefühl stehen dabei im Fokus», erklärte Schnieper. Dabei werde der Massstab Mensch die Planer immer begleiten. «Strassen- und Platzräume werden unter Berücksichtigung ihrer Doppelfunktion als Mobilitätsräume und Begegnungsorte sorgfältig gestaltet», ist unter dem Schwerpunkt «lesbare Strassen- und Platzräume» im Werkbuch festgehalten.

«Quartierspezifische» Weiterentwicklung

Christian Schnieper betonte weiter die Wichtigkeit der Quartiere. Ihnen ist auch ein Kapitel gewidmet. «Die Bewohner nehmen die Quartiere als unterschiedlich wahr. Diesem Umstand dürfen und müssen wir Rechnung tragen.» Der bauliche Charakter soll erhalten bleiben und das jeweilige Gebiet «quartierspezifisch» weiterentwickelt werden.

Aber auch die Aussicht von und auf die Stadt Zug findet als «erlebbare Panoramen» Eingang ins Stadtraumkonzept. Das Hochhausreglement und das Stadtraumkonzept würden in die gleiche Richtung ziehen, versicherte Schnieper. Zu guter Letzt werden die «urbanen Grünräume» im Werkbuch aufgeführt. Dabei sprach er von begrünten Innenhöfen, kleinen «Poket-Parks» und urbanen Oasen. «Wir wollen die Stadt Zug noch grüner machen», warf die Bauchefin ein. Angesprochen auf den eher kahlen oberen Postplatz, betonte die FDP-Stadträtin, dass es noch vor den Sommerferien Pflanzen und eine Wasserinstallation darauf geben soll.

Die erwähnten Gestaltungsziele im «Stadtraumkonzept Zug 2050» sind zwar nicht verbindlich für Architekten und Bauherren, würden aber in irgendeiner Form in die Ortsplanungsrevision einfliessen, erklärte Stadtplaner Klein. Die Ortsplanung soll bis 2025 angepasst werden. In den nächsten drei Jahren werde die Gesamtstrategie festgelegt.

Dabei lege das Baudepartement Wert auf die Meinung der Bevölkerung. «Wir möchten freche Szenarien diskutieren», so Klein. Die Mitwirkung soll nicht nur klassisch bei einer öffentlichen Auflage oder einer Infoveranstaltung erfolgen. Formen wie etwa repräsentative Umfragen, eine neue Homepage im Konzept der «Smart City» und Gespräche sollen zu einem Austausch führen.

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