Kommentar
Eine luftige Vision für die Stadt Zug – mehr davon

Der Stadtrat möchte ein Luftseilbahnsystem von und in die Stadt prüfen. Eine Vision, die überzeugt. Und davon bräuchte die Politik mehr, ist Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung» überzeugt.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Bild: Stefan Kaiser

Es wird wohl nichts aus einer Verlängerung der Zugerbergbahn bis zur Stadtbahnhaltestelle in Oberwil, wie dies ein Parlamentsmitglied dem Zuger Stadt- und Gemeinderat schmackhaft machen wollte. Der Stadtrat erachtet diese Vision als nicht realisierbar. Dies, weil laut Entwicklungsleitbild Zugerberg Massentourismus und entsprechende Installationen auf dem Zugerberg unerwünscht und zudem teuer seien, wie unsere Zeitung am Freitag berichtete.

Die Antwort des Stadtrats erstaunt nicht. Erstaunlich jedoch ist, dass er in seiner Antwort zum Postulat selber zum Visionär wird. Er möchte mit dem Mobilitäts- und Freiraumkonzept, das die Stadt Zug im Rahmen der Ortsplanungsrevision ausarbeiten will, zukunftsträchtige Verkehrsmittel prüfen. Und nennt konkret ein Luftseilbahnsystem zwischen den wichtigsten Pendlerstrecken von und in die Stadt– und nicht zwischen Zugerberg und Oberwil. Eine Luftseilbahn also, die Cham, Baar und Steinhausen und allenfalls auch die Berggemeinden mit der Stadt Zug verbindet. Aber Achtung: Damit die Bevölkerung nicht allzu euphorisch wird, hat der Stadtrat bereits angemerkt, dass ein solches Projekt anspruchsvoll und teuer wäre.

Trotz der finanziellen Vorbehalte – das sind ungewohnte, ja fast schräge Töne in der städtischen Politik. Doch sie sind wohltuend. Denn von solchen Visionen lebt nicht nur die Politik. Aus Visionen ist manches Mal wirklich Gutes für die Gesellschaft entstanden. Unsere Politik braucht grundsätzlich viel mehr Visionen.