Eine Maturaarbeit führt durch einen wenig bekannten Teil der Stadt Zug

Maxime Huysman (17) informiert mittels eines Trails spielerisch über Geschichte und Architektur. Er will die Nutzer staunen lassen.

Sina Engl
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Maxime Huysman interessierte sich schon früh für Architektur.

Maxime Huysman interessierte sich schon früh für Architektur.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. August 2020)

Abstrakte Kunstwerke, geheimnisvolle Gärten und nachhaltige Bürogebäude. Der industrielle Teil der Stadt Zug hat einiges zu bieten. Seit diesem Montag führt ein interaktiver Trail durch das «moderne Zug» und nimmt die Teilnehmer mit auf eine informative Entdeckungsreise. Gründer des Trails ist Maxime Huysman, welcher sich im Rahmen seiner Maturaarbeit mit der Architektur und Geschichte des Stadtviertels auseinandergesetzt hat. «Schon in der fünften Klasse habe ich eigene kleine architektonische Kreationen in mein Notizbuch gemalt. Ich interessiere mich sehr für Architektur und ich finde es ein wichtiges Thema, denn schliesslich sind es die Architekten, die unseren Lebensraum schaffen», erzählt Maxime Huysman.

Der Trail führt durch den industriellen Teil der Stadt Zug. Diese Gegend, in der sich noch Gebäude der ehemaligen Landis & Gyr befinden, ist auch für viele Zugerinnen und Zuger teilweise unbekannt. «Mich hat der Trail begeistert, weil er mich an Orte in Zug geführt hat, von denen ich vorher nie gewusst habe», berichtet Janice Lienhard, eine Teilnehmerin des Trails. Die Wahl der Route, vorbei an eindrücklichen Bauten und Innenhöfen, ist aber kein Zufall. «Wir alle kennen die Zuger Altstadt, die Seesicht. Ich möchte den Besucherinnen und Besuchern das ‹neue› Zug zeigen, denn auch in diesem, inzwischen sehr ökonomisch geprägten, Teil der Stadt finden sich zahlreiche sehenswerte Schauplätze.»

Auf dem Smartphone kann man dem Trail folgen.

Auf dem Smartphone kann man dem Trail folgen.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. August 2020)

Erstellt wurde der Trail mit dem Programm «Actionbound». «Actionbound hat eine sehr benutzerfreundliche Plattform und bietet grundsätzlich jedem die Möglichkeit, mobile Abenteuer zu gestalten», so Maxime. «Da ich aber einen Trail von grösserer Dimension erstellen wollte, musste ich mich schon etwas mehr in die Software vertiefen.» Integrierte Audios und Quiz zeigen spielerisch interessante Fakten zu Zuger Bau- und Kunstwerken auf. Definierte GPS-Locations führen die Teilnehmenden die Route entlang. Für richtige Antworten und gefundene Orte gibt es Punkte, die den Teilnehmer am Ende auf einer Rangliste positionieren.

Sein Ziel: 100 zufriedene Spieler

Bereits im Februar begann der 17-jährige Schüler der Kantonsschule Zug mit seiner Arbeit für den «Neuen Zuger Trail». Zu Beginn stand für Maxime Huysman vor allem die Recherche auf dem Programm. Er sagt:

«Da ich die ganze Recherche während des Lockdowns erledigen musste, war es schwierig, an die richtige Literatur zu gelangen. Glücklicherweise konnte ich mich auf die grosszügige Hilfe von Doku-Zug stützen. Dafür bin ich sehr dankbar.»

Nachdem alle Informationen beisammen waren, begann der Schüler mit dem Festlegen der Route. Der Trail startet und endet am Bahnhof Zug. Er führt vorbei an der Zuger Strafanstalt, wo längst vergessene Wandmalereien wieder zum Leben erweckt werden, vorbei an einer über 100-jährigen Eiche auf dem Gelände Grafenau. Der Trail öffnet auch die Augen für abstrakte Kunstwerke, wie etwa die «Giraffalla» vor der Kantonalbank am Bahnhof.

«Mein Ziel ist es, dass 100 Spieler den Trail zufrieden absolvieren», meint Maxime Huysman, «jeder kann viel über die Geschichte und Entstehung der Sehenswürdigkeiten im modernen Zug lernen. Ich habe aber versucht, das Ganze möglichst locker zu halten, indem ich auch meine eigene Meinung zu den Werken abgebe und den Spielern verschiedene Aufgaben stelle. So sorgt der Trail für knapp anderthalb Stunden Spass und Staunen.»

Weitere Informationen finden Sie hier.