Eine neue Vision für das Projekt Binzmühle in Rotkreuz

Der Rischer Gemeinderat hat die letzten November abgelehnte Vorlage für den Baukredit der Sanierung des Hofs Binzmühle in Rotkreuz erneut überarbeitet und hofft nun am 27. September auf ein Ja vom Volk.

Tijana Nikolic
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Der Hof Binzmühle in Rotkreuz ist sanierungsbedürftig. Ein überarbeitetes Projekt kommt nun vors Volk

Der Hof Binzmühle in Rotkreuz ist sanierungsbedürftig. Ein überarbeitetes Projekt kommt nun vors Volk

Bild: Stefan Kaiser (3. Juli 2019)

Am 27. September wird erneut über die Sanierung der Binzmühle in Rotkreuz abgestimmt. Der Hof am westlichen Siedlungsrand von Rotkreuz mit seinen drei Gebäuden Remise, Mühle und Mittelhaus ist schon länger in einem schlechten baulichen Zustand und soll deshalb saniert werden. Im Rahmen der strategischen Planung hatte der Gemeinderat verschiedene Nutzungsvarianten wie Wohnungen, einen «Binzitreff», Ateliers, betreutes oder studentisches Wohnen, eine Museumsnutzung oder eine Kita eingehend diskutiert und geprüft. Ein erster Baukredit wurde jedoch an der Urnenabstimmung vom 24. November 2019 mit 1292 Nein- gegen 1283 Ja-Stimmen abgelehnt.

Der Gemeinderat hat das Sanierungskonzept nun überarbeitet und ist überzeugt, dem Stimmvolk mit diesem Vorschlag eine ausgewogene und politisch tragfähige Lösung zu unterbreiten. Es handelt sich bereits um die zweite Überarbeitung des Sanierungsprojekts für den Hof, der seit den 1960er-Jahren im Besitz der Gemeinde ist.

Folgendes sind die wesentlichen Punkte der reduzierten Version: Die Anzahl der Wohnungen wird von sieben auf drei Wohnungen gemäss Bestand im Mittelhaus reduziert. Die beiden Dachstöcke werden nicht zu Wohnräumen ausgebaut. Mit dieser Nutzung und der damit verbundenen Reduktion des Wohnraums kann auf den Bau einer Lärmschutzwand verzichtet werden. Das Mühlegebäude soll vollumfänglich der öffentlichen Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Als feste Nutzung sind weiterhin der Binzitreff sowie ein Naturschulraum vorgesehen. Die restlichen Räume sollen vorerst als Reservefläche für zukünftige Nutzungen gebaut werden.

Ausserdem kann der Baukredit von 9,2 auf 7,7 Millionen Franken reduziert werden. «Das Sanierungskonzept wurde nach der Ablehnung der ersten Vorlage angepasst. Die Einwände der Gegner wurden ernst genommen und dementsprechend nach Lösungen gesucht, mit denen die Vorbehalte aus dem Weg geräumt wurden», sagt Ruedi Knüsel, Vorsteher Planung, Bau und Sicherheit der Gemeinde Risch.

Eine Sanierung ist dringend nötig

Das überarbeitete Konzept sei breit abgestützt. Er hoffe, dass die Sanierung von der Stimmbevölkerung gutgeheissen wird. Die Bausubstanz ist derart beeinträchtigt, dass verschiedene Bereiche wegen Einsturzgefahr gesperrt werden mussten, heisst es vom Gemeinderat in der Abstimmungsbroschüre. Das Kellergeschoss des Mittelhauses ist stark durchfeuchtet und dadurch anfällig für Schimmelbildung. 2018 wurde bereits eine umfangreiche Hausschwammsanierung durchgeführt. Das Mauerwerk ist brüchig und instabil. Im ganzen Gebäude ist das Holzwerk vom Hausbockkäfer befallen. Der schlechte Bauzustand ist auch der Grund dafür, dass die Binzmühle nicht mehr bewohnbar ist, wird vom Gemeinderat ausgeführt.

Vor rund sieben Jahren war ein grösseres Projekt mit Neubauten vorgesehen. Das wurde von der Bevölkerung jedoch nicht goutiert. Der Baukredit für das darauffolgende bereits abgespeckte Projekt wurde bei der Urnenabstimmung trotz Mitwirkungskonzept knapp abgelehnt. Auf Kritik stiess vor allem die Zahl von sieben Wohnungen und das damit zusammenhängende befürchtete Verkehrsaufkommen, die geplante Lärmschutzwand sowie die hohen Kosten von 9,2 Millionen Franken. Stimmung machte damals auch das extra formierte Nein-Komitee.

«Im Rahmen der Überarbeitung des Sanierungskonzepts wurden Gespräche mit dem Nein-Komitee, das sich gegen die erste Vorlage gewehrt hat, geführt. Das Komitee unterstützt das überarbeitete Konzept»,

so Knüsel. Die drei geplanten Wohnungen beispielsweise würden heute schon bestehen, womit am Bestand festgehalten werden würde. Bei einer erneuten Ablehnung würde der Gemeinderat die Ablehnungsgründe analysieren und anschliessend das weitere Vorgehen festlegen. «Bei Annahme wird die Sanierung umgesetzt. Die Binzmühle sollte dann Ende 2022 fertig sein», sagt Knüsel.