Eine Pendlerstrecke zwischen Rotkreuz und Schwyz wurde neu entdeckt

Rotkreuz und der Schwyzer Talkessel rücken ab dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember noch näher.

Marco Morosoli
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Die ZVB sind bereits am Westufer des Zugersees unterwegs.

Die ZVB sind bereits am Westufer des Zugersees unterwegs.

Bild: Stefan Kaiser
(Rotkreuz, 30. Januar 2020)

Die erste Nord-Süd-Verbindung auf der Schiene führte ab 1882 mit der Eröffnung des Gotthard-­Eisenbahntunnels am Westufer des Zugersees entlang. Die kürzeste Verbindung zwischen Rotkreuz und dem Schwyzer Talkessel verlor für den regionalen Personenverkehr auf der Schiene jedoch zunehmend an Bedeutung. Die Sperre am Ostufer des Zugersees seit dem vergangenen Juni sorgt nun wieder für attraktive Verbindungen zwischen dem Ennetsee und Arth-Goldau. Das bleibt nun auch so, wenn die Züge ab dem 13. Dezember 2020 wieder zwischen Zug, Walchwil und Arth-­Goldau dem Ostufer des Zugersees entlangschlängeln.

Der einzige Unterschied: Für die Feinverteilung sorgen Busse statt Züge. Die Verbindung zwischen Rotkreuz, Immensee und Brunnen betreiben dabei die Zugerland-Verkehrsbetriebe (ZVB) und die Auto AG Schwyz (AAGS) gemeinsam. Die entsprechende Ausschreibung gewannen die beiden Transportunternehmungen, was der Schwyzer Regierungsrat bereits am 30. Januar 2020 kommuniziert hat. Inzwischen ist das gemeinsame Projekt auch in rechtlicher Hinsicht in trockenen Tüchern, wie beide Unternehmen gestern mitteilten.

Die ZVB und die AAGS kooperieren schon heute auf den verschiedensten Ebenen miteinander. Walter Ulrich, er ist stellvertretender Unternehmensleiter der ZVB, erwähnt in diesem Zusammenhang die Schnellbuslinie zwischen Zug Bahnhof und Schwyz Post während der Sperre am Ostufer des Zugersees. Die ZVB fährt derzeit auch von Arth-Goldau nach Sattel. Ulrich fügt dann noch an: «Weiter arbeiten wir auch bei Fahrzeugbeschaffungen zusammen.» Einen weiteren Schnittpunkt bilden die Sonderein­sätze, wenn kurzfristig Bahnersatz zu leisten ist. «So gesehen, ist das Zusammenspannen am Fusse der Rigi eine weitere Kooperation von Unternehmen, die miteinander schon verschiedene Schnittmengen haben.»

Leerfahrten fallen mit dieser Lösung

Bereits ist fix, wer was fährt. Die ZVB zwischen Rotkreuz und Immensee. Die AAGS besorgt den zu den Pendlerspitzen am Morgen und am Abend verkehrenden Langlauf zwischen Brunnen und Rotkreuz. Laut Ulrich hat dies einen grossen Vorteil: «Die ZVB fährt die Linie ab Rotkreuz, die AAGS ab dem Depotstandort Ibach. Dadurch werden Leerfahrten auf ein Minimum reduziert.» Die Ausschreibung beinhaltet die Fahrleistung von 200000 Kilometern. Um den Auftrag erfüllen zu können, seien, so Walter Ulrich von den ZVB, zwei bis drei Standardbusse nötig. Er hat bezüglich des Fuhrparks bereits konkrete Vorstellungen: «Auf den neuen Linien werden Busse zum Einsatz kommen, die mit der umweltfreundlichen Antriebstechno­logie Mild-Hybrid ausgestattet sind.»

Die Exponenten beider Unternehmen freuen sich auf ein weiteres gemeinsames Standbein. «Wir freuen uns ausserordentlich, dass wir diese kantonsübergreifenden Linien gemeinsam mit unserem Partner Auto AG Schwyz gewonnen haben», blickt Ulrich in die Zukunft. Derweil streicht André Diethelm, Direktor der Auto AG Schwyz, andere Aspekte ins Zentrum: «Dieses gemeinsame Betriebskonstrukt der regionalen Transportunternehmungen macht ökonomisch wie ökologisch absolut Sinn.»