Eine Riesenechse mit ratternden Ketten

Fast 100 Tonnen schwer war am Mittwoch der Transport auf den Neuheimer Berg. Er beschert dem Kanton Zug eine Attraktion der anderen Art.

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Der Brückenpanzer legt nach seiner Ankunft die erste Brücke. (Bild: Pius Amrein/Neue ZZ)

Der Brückenpanzer legt nach seiner Ankunft die erste Brücke. (Bild: Pius Amrein/Neue ZZ)

Rundum sind fast nur strahlende Gesichter zu sehen. Strahlende Gesichter von Männern jeglichen Alters, die sich über dieses Geschenk freuen wie an Weihnachten. Kein Wunder. Wer miterlebt, wie dieser gepanzerte Gigant, der mit seinem Dach wie eine prähistorische Riesenechse auf Ketten wirkt, vom Tieflader der Risi AG mit brüllendem Motor losknattert, starken Dieselgeruch in der Luft verbreitend – dem schlägt das Herz sofort höher.

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Drei Jahre lang hat sich die Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug (MHSZ) um den bei der Schweizer Armee ausrangierten Brückenpanzer bemüht. Als dieser gestern Abend vor dem Zuger Depot Technikgeschichte (ZDT) in Neuheim auf die Zielgerade einbiegt – ein paar Äste einer Eberesche abrasierend – blitzen die Kameras der zahlreichen Schaulustigen vor Begeisterung auf. «Wir haben sehnlichst auf diesen Panzer gewartet», ist Alfred Heer, Präsident des ZDT, stolz auf diese Neuerwerbung. Diese gehört nun der Militärhistorischen Stiftung – ohne etwas dafür bezahlt haben zu müssen. Lediglich der Transport kostete ein paar tausend Franken.

Bild: Pius Amrein/Neue ZZ
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Der Brückenpanzer kann schon am Samstag, 15. September, von 10 bis 16 Uhr im ZDT in Neuheim besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Wolfgang Holz

So viel Power hat der Panzer

Der Brückenpanzer 68/88, der gestern ins Zuger Depot Technikgeschichte in Neuheim angeliefert wurde, ist ein wahres Kraftpaket. Das 1968 von der Konstruktionswerkstätte Thun hergestellte Kettenfahrzeug wiegt 47 Tonnen und misst 3,40 Meter Höhe. In seinen Tank passen 855 Liter Diesel. Der Koloss hat einen 8-Zylinder-Motor und besitzt mit 660 PS fast so viele Pferdestärken wie ein Formel-1-Auto. Allerdings ist der gepanzerte Gigant nur höchstens 55 Stundenkilometer schnell.

40 Jahre im Dienst

Dafür kann er für andere Fahrzeuge zur Überwindung von Hindernissen im Gelände eine knapp 20 Meter lange und 4 Meter breite Brücke legen und eine Last von bis zu 60 Tonnen tragen. Das Ausfahren der Brücke dauert gerademal zwei bis drei Minuten. Der Spezialpanzer war 40 Jahre in den Diensten der Schweizer Armee. Die Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug hat das Fahrzeug als technisches Kulturgut der Schweizer Industrie- und eidgenössischen Militärgeschichte vom Armeelogistikcenter Hinwil übernommen.

wh

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