Leserbrief
Eine Rigireise zeigt, dass nicht überall Distanz gehalten wird

Zur aktuellen Coronasituation

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Donnerstag, 8. Oktober, lud ich meinen Enkel ein zu einer Rigireise. Weil ich noch nie mit der neuen Chräbel-Luftseilbahn gefahren bin, wollte ich unbedingt mit der neuen Bahn auf die Scheidegg fahren. Beim Anstehen sagte ich zu meinem jungen Begleiter, dass die Bahn einiges grösser sei als die alte, abgebrochene: «Ja, schau 14 Personen gehen da rein.» Als wir dann in die Gondel stiegen, wurden tatsächlich 14 Personen, also das Maximum, eingelassen. Distanz halten – nein, gibt es nicht. Von der Scheidegg ins Restaurant Unterstetten – hier war die Bewirtung, wie es sein soll, nur jeder zweite Tisch hat Stühle. Die Distanz ist gewahrt. Am Nachmittag mit der Vitznau-Rigi-Bahn von Kaltbad nach Vitznau: Als die Bahn einfährt, ist der erste Wagen leer und geschlossen. «Der bleibt geschlossen, hinten einsteigen.» Alle Abteile waren vollbesetzt, Schulter an Schulter, Knie an Knie des Gegenübers. Distanz halten – wieder nicht. Am Sonntag: Nachtessen mit der Familie, am Montag Anzeichen von Corona, am frühen Nachmittag Test im Spital Baar, am Dienstag dann der Bescheid: Corona positiv. Drei Tage später sind die Frau und die Tochter auch positiv. In der Folge war ich fünf Tage mit Coronalungenentzündung im Spital Baar. Am Sonntag, 25. Oktober, können meine Frau – auch sie war drei Tage im Spital – und ich nach Hause. «Passen Sie gut auf sich auf und kommen Sie bei Atemnot sofort wieder in den Notfall», hiess es.

Vielleicht wäre es angebracht, die Gäste auf der Rigi zu betreuen, so wie das landauf und landab schon lange empfohlen wird: Distanz halten! Nicht viel besser ist es in Luzern beim Aussteigen vom Schiff. Mehr ein Gewusel als kontrolliertes Aussteigen, was doch einfach zu organisieren wäre.

Heiri Scherer, Zug