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Eine spezielle «Velo-Teilete» mit Pfuus

In Steinhausen, Cham und der Stadt Zug können neuerdings über eine eigene Plattform elektrische Cargo-Bikes gemietet werden. Gestern Mittwoch fiel der Startschuss.
Ruedi Burkart
Vorbildlich: Der Zuger CVP-Stadtrat Urs Raschle setzte sich nach der Präsentation einen Helm auf und schnappte sich kurzerhand eines der zehn elektrounterstützten Cargo-Bikes für eine erste Probefahrt. Foto: Zuger Zeitung/Stefan Kaiser

Vorbildlich: Der Zuger CVP-Stadtrat Urs Raschle setzte sich nach der Präsentation einen Helm auf und schnappte sich kurzerhand eines der zehn elektrounterstützten Cargo-Bikes für eine erste Probefahrt. Foto: Zuger Zeitung/Stefan Kaiser

Ein Auto zu benützen ohne eines zu besitzen ist in der Schweiz seit Jahren gang und gäbe. Mobility Schweiz beispielsweise, das marktführende Schweizer Carsharing-Unternehmen mit Hauptsitz in Rotkreuz, zählt nach eigenen Angaben über 127000 Kundinnen und Kunden. Die moderne «Auto-Teilete» erfreut sich einer ungebrochenen Beliebtheit und boomt seit Jahren. Ein wenig anders sieht es bei den Fahrrädern aus. Einen Drahtesel mit fremden Leuten teilen? Ein Gedanke, der vielen noch abstrus erscheint.

Egal, sagten sich die Verantwortlichen der Gemeinden Cham und Steinhausen sowie der Stadt Zug und bieten ab morgen Donnerstag über die Plattform www.carvelo2go.ch zehn elektrounterstützte Velos an, sogenannte Cargo-Bikes. Gesponsert wird das Angebot von den beteiligten Gemeinden, dem Touring-Club Schweiz (TCS) sowie dem Einkaufszentrum Herti und Pro Velo/VCS. EnergieSchweiz und das Bundesamt für Raumentwicklung unterstützen das Projekt. «carvelo2go» bietet in 30 Schweizer Städten und Gemeinden rund 170 Velos an.

Die Frage nach dem Tropfen auf den heissen Stein

Sie tragen so fantasievolle Namen wie Speckli oder Biblio-Bike und sorgten heute um die Mittagszeit für Aufmerksamkeit an den Gestaden des Zugersees. Zufällig vorübergehende Passanten nahmen die zehn speziellen Cargo-Bikes ebenso unter die Lupe wie eine Gruppe, die bei der Schiffstation Bahnhofsteg auf die Ankunft der MS Zug wartete. Anlässlich eines Events wurden die zehn Velos von Jonas Schmid, dem Projektleiter des TCS, an die Verwalter, sogenannte «Hosts», übergeben. Sieben der je 6000 Franken teuren Velos sind ab morgen in der Stadt Zug im Dienst, zwei in Steinhausen und eines in Cham.

Der Zuger CVP-Stadtrat Urs Raschle unternahm gleich einmal mit einem Gefährt eine ausgedehnte Spritztour. Auf die Frage, ob der Gebrauch dieser Velos die Verkehrsproblematik zumindest ein klein wenig entschärfen könne, oder ob es sich doch nur um den berühmten Tropfen auf dem heissen Stein handelt, meinte der Vorsteher des Departements Soziales, Umwelt, Sicherheit: «Wissen Sie, irgendwo muss man ja beginnen. Ich sehe diesen Anlass heute als Initialzündung für uns, diesen Weg weiterzugehen».

Andreas Hürlimann, der Steinhauser ALG-Gemeinderat und Vorsteher der Abteilung Bau und Umwelt, hielt derweil sein Handy in die Höhe. «Ich habe meinen Account bereits, ab sofort kann ich ein solches Velo mieten.» Der Chamer FDP-Gemeinderat Markus Baumann freute sich ebenfalls auf den Einsatz des einen Bikes in seinem Dorf: «Wir machen bei dieser Aktion sehr gerne mit, denn der Autostau nimmt auch in unserer Region immer mehr zu».

An diesen Orten können Bikes gemietet werden

Einkaufszentrum Herti, Zug Patricias Quartierladen, Zug Quartierbeiz Feldhöfli, Zug Confiserie Speck, Zug Grand Café, Zug Stadtbibliothek, Zug Urs Drogerie, Steinhausen Stiftung Eichholz, Steinhausen Café Luzia, Cham

Der Feldversuch des Redaktors dieser Zeitung anlässlich der heutigen Vorstellung zeigte, dass die Cargo-Bikes durchaus ihre Berechtigung haben. Damit zu fahren ist nach einer kurzen Angewöhnungszeit keine Hexerei, man bleibt fit und es macht vor allem Spass. Die Fahrräder dürfen mit bis 100 Kilogramm beladen werden und sollen mit einer Akkuladung bis zu 100 Kilometer weit kommen. Sie eignen sich somit für den Transport von Waren aller Art. Einkaufstaschen, Getränkeharassen, Hunde und auch Kinder können von A nach B transportiert werden.

Die Stadt Zug fördert das Angebot mit einer Anschubfinanzierung von 10000 Franken und einem Sponsoring von zwei Velos. Laut Urs Raschle unterstützt das Angebot die Anstrengungen der Energiestadt zur effizienten Nutzung der Ressourcen: «Darum begrüsse ich diese Initiative sehr». Auch die Energiestädte Cham und Steinhausen holen sich mit ihrem Sponsoring ein respektive zwei Cargo-Bikes in ihre Gemeinde. Das Sharing-Angebot funktioniert denkbar einfach. Wer ein Velo nutzen will, reserviert dieses über die Website www.carvelo2go.ch oder über die gleichnamige App. Zwischen 8 und 22 Uhr beträgt die Grundgebühr fünf Franken, je Stunde kommen noch zwei Franken hinzu. In der Nacht ist der Gebrauch kostenlos.

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