Leserbrief

Eine Steuersenkung ist schlicht fahrlässig

«Parteien begrüssen Massnahmen», Ausgabe vom 26. März

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Covid-19 hat einschneidende Auswirkungen auf ganz viele von uns, oft auch existenzielle. Es ist deshalb absolut richtig und wichtig, dass der Kanton rasch ein Auffangnetz und finanzielle Unterstützung für Betroffene auf die Beine stellt. Die von der Regierung vorgeschlagene Massnahme einer Steuersenkung steht jedoch völlig quer im Raum. Giesskannenmässig profitieren auch Personen und Firmen davon, welche wegen des Covid-19 keine wirtschaftlichen Einbussen haben. Diejenigen, denen wegen des Covid-19 Konkurs droht, haben nun ja gerade kein Einkommen. Wenn schon steuerliche Massnahmen, dann wäre mein Vorschlag: Bei allen wird die Einkommenssteuer um 2000 Franken reduziert; wenn man weniger bezahlen müsste, wird der entsprechende Minusbeträge ausbezahlt. So würden in erster Linie Kleinbetriebe und Haushalte mit tieferen Einkommen von dieser Steuermassnahme profitieren. Von einer normalen Steuersenkung profitieren aber die reichsten Personen und profitabelsten Firmen, welche es nicht nötig haben. Eine Steuersenkung lockt zudem noch mehr Leute und Firmen an mit dem Nebeneffekt von höheren Mieten. Gerade solche Fixkosten sind es, die jetzt ganz viele Selbstständige und Gewerbler in eine prekäre finanzielle Lage führen.

Eine Steuersenkung ist deshalb kontraproduktiv und klar keine zielgerichtete Hilfe für Notfälle. Solange es völlig unklar ist, was die längerfristigen Auswirkungen die Covid-19-Krise sind, ist eine Steuersenkung schlicht fahrlässig.

Tabea Zimmermann Gibson, Kantonsrätin ALG, Zug