Für eine Zugerin wird die Busfahrt mit dem Vierbeiner teuer

Ein Hund biss einer Passagierin in den Oberschenkel. Nun ist die Halterin per Strafbefehl verurteilt worden.

Andrea Muff
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Momentan sind die Platzverhältnisse in den öffentlichen Verkehrsmitteln vergleichsweise feudal: Doch es kann schon mal eng werden. Dies ist weder für die menschlichen Passagiere besonders angenehm noch für die Vierbeiner. Als im Jahr 2019 ein Fahrgast an der Bushaltestelle Oberedlibach in die Buslinie 2 Richtung Zug zustieg, machte dieser Bekanntschaft mit einem Beagle, der das Busfahren wohl nicht sonderlich mochte.

Die Frau wollte sich gerade in ein Viererabteil setzen, als der zwei Sitzreihen entfernte Hund hervorschnellte und der Frau in den linken Oberschenkel biss. Sie erlitt dadurch eine oberflächliche Schürfverletzung und begab sich einmalig in ärztliche Behandlung, wie es dem Strafbefehl zu entnehmen ist. Die 57-jährige Hundebesitzerin wurde wegen Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz schuldig gesprochen und hat eine Busse und Kosten von insgesamt 600 Franken an die Gerichtskasse des Kantons Zug zu bezahlen.

Der Hund war im Vorfeld «nörgelig»

Denn im Strafbefehl hält die Zuger Staatsanwaltschaft fest, dass die Hundehalterin verpflichtet gewesen wäre, den Beagle so zu beaufsichtigen, «dass dieser niemanden belästigt oder gefährdet». Die Halterin habe nämlich gewusst, dass der Hund in der Zeit davor «nörgelig» gewesen sei und auf schnelle Bewegung losgehe. Zudem hätten im Bus verengte Verhältnisse geherrscht und weitere Passagiere wären ein- und ausgestiegen. «Pflichtgemässe Vorsicht hätte ihr daher geboten, sicherzustellen, dass der Hund immer unter Kontrolle ist und nicht auf andere Passagiere zugehen kann», heisst es weiter im Strafbefehl. Denn unter den gegebenen Umständen hätte die 57-Jährige nicht darauf vertrauen dürfen, dass es zu keinem Zwischenfall komme, schlussfolgert die Staatsanwaltschaft.

Das Zubeissen des Hundes sei vorhersehbar gewesen, «denn als Hundehalterin wusste sie um die potenzielle Gefahr, die von einem Hund ausgeht». Der Vorfall wäre vermeidbar gewesen, hält die Staatsanwaltschaft fest, wenn die Halterin den Beagle «während der Busfahrt besser, beaufsichtigt hätte, insbesondere zu den Zeitpunkten als andere Passagiere ein- oder ausstiegen».